Druckschrift 
15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
Entstehung
Seite
69
Einzelbild herunterladen
 

69

Wachskerze, so lang wie mein Jagdmesser. Ja, daß ich meingroßes Schwert nicht bei mir hatte! Diese Jagdmesser findzwar sein und zierlich, aber sie gehören eher in die Hand ei-nes Knaben, als in die des Mannes. O, mein alter zweihändigerTrojaner, wärst Du in meinen Händen gewesen, statt zu Häup-ten meines Bettes zu hangen, die Beine dieser Schufte hättennicht so rasch laufen sollen! Aber ich sehe brennende Fackelnund bloße Klingen. Heda! halt! Seid Ihr für St. Johnston? Wenn Freunde der guten Stadt, seid Ihr willkommen."

Wir waren nur Jäger ohne Beute," sagten die Städter.Wir folgten den Spuren des Blutes nach dem Begräbniß-platz der Dominikaner und haben zwischen den Gräbern zweivon den Schuften gesehen, die einen dritten trugen, der vermuth-lich von Euch einige Merkmale bekommen hatte, Harry; aber siehaben das Thor erreicht, eh' wir an sie kommen konnten. Siezogen die Klosterglocke, das Thor öffnete sich und weg wa-ren sie. So sind sie in Sicherheit, und wir können wieder inunsre kalten Betten und uns wärmen."

Ja," sagte einer von der Schaar,die guten Dominika-ner haben immereinen Bruder, der wacht, damit er das Thorjeder armen bedrängten Seele, die Schutz in der Kirche sucht,öffnen kann."

Ja, wenn die arme gejagte Seele gut dafür bezahlenkann," sagte ein Anderer;aber wahrlich, ist er arm am Beu-tel, wie am Geiste, so kann er außen stehen bleiben, bis dieHunde zu ihm herankommen."

Ein Dritter, der einige Minuten lang mit der Fackel auf denBoden geleuchtet hatte, blickte jetzt empor und sprach ebenfalls.Er war ein muntrer, rascher, ziemlich korpulenter, kleiner Mann,genannt Oliver Proudfute, wohlhabend und von Geltung inseiner Zunft, welches die der Strumpfwirker war; daher sprach