Prinz Johann wurde blaß, schwankte und hielt sich ander Lehne eines eichenen Stuhles — gleich einem Manne,dessen Brust von einem Pfeile durchbohrt ist.
„Du rasest, de Bracy," sagte Fitzurse, „cs kann nicht sein-"
„Es ist so wahr wie die Wahrheit selber," sagte deBracy; „ich war sein Gefangener und habe mit ihm geredet."
„Mit Richard Plantagenet, sagst Du?" fuhr Fitzurse fort-
„Mit Richard Plantagenet," versetzte de Bracy, „mitRichard Löwenherz — mit Richard von England."
„Und Du warst sein Gefangener?" sagte Waldemar; „ersteht also an der Spitze einer Macht?"
„Nein — nur wenige Geächtete waren um ihn, und die-sen ist seine Person unbekannt. Ich hörte ihn sagen, erwolle von ihnen gehen. Er vereinigte sich nur mit ihnen,um beim Sturm auf Torquilstone zu helfen."
»Ja," sagte Fitzurse, „das ist in der That Richards Weise— ein wahrer irrender Ritter ist er, geht auf wilde Abenteueraus, verläßt sich auf die Stärke seines einzelnen Armes, gleicheinem Sir Guy oder Sir Bevis, während die wichtigen Ange-legenheiten seines Reiches schlummern, und seine eigene Sicher-heit gefährdest ist. — Was beabsichtigst Du zu thun, de Bracy?"
„Ich? — Ich bot Richard den Dienst meiner Freicompag-nie an, doch er nahm es nicht an — ich will sie nach Hüllführen, an Bord gehen, und mich nach Flandern einschiffen;bei diesen unruhigen Zeiten findet ein thätigcr Mann immerBeschäftigung. Und D», Waldemar, willst Du Lanze undSchild ergreifen, Deine Politik an den Nagel hängen, mit mirziehen und das Schicksal thcilen, welches Gott uns sendet?"
„Ich bin zu alt, Moritz, und habe eine Tochter," antwor-tete Waldemar.
„Gib sie mir, Fitzurse, ich werde sie erhalten, wie es ihrem