„Der Gott meiner Väter helfe mir!" sagte der Jude;„wollt ihr ein verarmtes Geschöpf ganz zu Boden drücken?— Schon bin ich kinderlos, und Ihr wollt mich auch nochder Mittel zum Leben berauben?"
„Du hast desto weniger zu versorgen, Jude, wenn Dukinderlos bist," sagte Aymer.
„Ach! Herr," sagte Jsaac, „Euer Gesetz erlaubt Euch nichtzu wissen, wie das Kind unseres Busens mit den Fibern un-seres Herzens verwachsen ist. — O Rebecca: Tochter meinergeliebten Rachel! wäre jedes Blatt an jenem Baume eineZechine und jede Zechine mein, die ganze Masse des Rcich-thumS würde ich darum geben zu erfahren, ob Du am Lebenund aus den Händen des Nazareners entkommen bist!"
„Hatte Deine Tochter nicht dunkles Haar?" sagte Einervon den Geächteten; „und trug fle nicht einen Schleier vonTastet mit Silber gestickt?"
„Ja, ja,'" sagte der alte Mann, vor Lebhaftigkeit, wiefrüher vor Furcht zitternd. „Der Segen Jakobs ruhe auf Dir!Kannst Du mir sagen, ob sie gerettet ist?"
„Da war sie cs, die der stolze Templer entführte, als ergestern Abend unsere Reihen durchbrach," sagte der Geächtete.„Ich hatte schon meinen Bogen gespannt, um ihm einen Pfeilnachzuschicken, verschonte ihn aber des Mädchens wegen, wel-ches ich mit dem Pfeil zu verletzen fürchtete-"
„O, wollte Gott, Du hättest geschossen," entgegnete Jsaac,„und wenn auch der Pfeil ihre Brust durchbohrt hätte! —Besser das Grab ihrer Väter, als das entehrende Lager desausschweifenden und wilden Templers. Jchabod! Jchabod! derRuhm meines Hauses ist dahin!"
„Freunde," sagte der Anführer um sich blickend, „der alteMann ist nur ei» Jude, aber dennoch rührt mich sein Kummer.