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ich fehlen muß. Ich möchte eben so leicht auf einen Strohhalm,oder auf einen Sonnenstrahl halten, als auf einen solchenweißen Strich, den man kaum mit Augen sehen kann.
„Feiger Hund!" sagte Prinz Johann; „schieß, Locksley,und triffst Du Dein Ziel, so erkläre ich Dich für den erstenSchützen, den ich noch gesehen."
„Ich thne, so viel ich kann, wie Hubert sagt," versetzteLocksley, „kein Mensch kann mehr thun!"
Mit diesen Worten spannte er von Neuem seinen Bogen;allein jetzt betrachtete er doch mit mehr Aufmerksamkeit seineWaffe und veränderte die Sehne, weil er sie nach den vori-gen Schüssen nicht mehr für fest genug hielt. Nun nahm ersein Ziel mit Bedacht, und die Menge erwartete mit athem-loscm Schweigen den Ausgang. Der Schütze rechtfertigte aberihre Meinung von seiner Geschicklichkeit, der Pfeil spaltete dieWeidenruthe mitten entzwei. Allgemeiner Jubel ertönte, undselbst Prinz Johann verlor über der Bewunderung solcher Ge-schicklichkeit seinen Widerwillen gegen die Person des Schützen.
„Diese zwanzig Nobles," sagte er zu ihm, „die Du nebstdem Jagdhorne gewonnen hast, sind Dein Eigenthum, aberDu sollst sogleich fünfzig erhalten, wenn Du als Aeoman un-ter unsere Leibgarde treten und künftig näher um unsere Per-son sein willst. Denn nie hat wohl eine so feste Hand denBogen gespannt oder ein Auge den Pfeil so sicher geleitet."
„Verzeihung, edler Prinz," sagte hierauf Locksley, „alleinich habe gelobt, daß, wenn ich je Dienste nehme, ich nur beiEurem königlichen Bruder Richard diene. Die zwanzig Noblesüberlasse ich Hubert, der heute einen eben so guten Bogen ge-spannt hat, als sein Ahnherr bei Hastings. Hätte er aus Be-scheidenheit den Versuch nicht verweigert, so würde er dieWeide wohl eben so gut getroffen haben, als ich."