77
große Thor geöffnet wird — wir geben nicht zu, daß Gästezu so ungewöhnlichen Stunden insgeheim abreiscn."
„Dennoch/' sagte der Pilger in gebietendem Tone, „wer-det Ihr mir, denke ich, diese Gefälligkeit nicht abschlagen."
Hierauf beugte er sich über das Bett des ruhenden Schwei-nehirten und finsterte ihm einige sächsische Worte in's Ohr. Gnrthsprang auf wie clektrisirt. Der Pilger erhob seinen Finger miteinem Ausdruck, der dem Andern Vorsicht anbefahl, und setztehinzu: „Gnrth, nimm Dich in Acht —Du pflegtest klug zu sein.Ich sage, öffne die Hinterpforte — Du sollst sogleich mehr hören-"
Mit hastiger Lebhaftigkeit gehorchte Gurtb, währendWamba und der Jude folgten, beide verwundert über dieplötzliche Veränderung in dem Benehmen des Schweinehirten.
„Mein Maulthier, mein Maulthier!" rief der Jude, alssie sich schon außerhalb des Hinterpförtchens befanden.
„Hole ihm sein Manlthier," sagte der Pilger, „und höre,bringe mir ein anderes, damit ich ihn begleiten kann, bis eraus dieser Nachbarschaft entfernt ist — ich werde cs wohlbe-halten zu Ashby an einen von Cedrics Leuten zurückgeben.Und Du" — das Uebrige flüsterte er Gurth in's Ohr.
„Gern, sehr gern soll cs geschehen," sagte Gurth, undentfernte sich sogleich, um den Auftrag anszurichten.
„Ich wollte, ich wüßte, was Ihr Pilger im gelobten Landelernt,"sagteWamba, als seinKamerad den Rücken gewendet hatte.
„Unsere Gebete hcrznsagcn, Narr," antwortete der Pilger,„unsere Sünden zu bereuen und uns mit Fasten, Nachtwachenund langen Gebeten zu kasteien-"
„Wohl noch etwas Kräftigeres als das," antwortete derPossenreißer; „denn wie wurde Reue oder Gebet Gurth be-wegen Jemand eine Gefälligkeit zu erweisen, oder Fasten undWachen ihn überreden, Euch ein Maulthier zu leihen? —