gefalle Euch darum zu erfahren, daß es mein Auftrag gewe-sen, durch die Vermittelung des Einsiedlers von Engaddi,eines heiligen, angesehenen und von Saladin selbst beschütz-ten Mannes, den Vorschlag zu" —
„Zu der Verlängerung des Waffenstillstands ohne Zweifel,"sagte Richard, ihn hastig unterbrechend.
„Nein, bei St. Andreas, mein Fürst," sagte der schottischeRitter, „sondern zur Gründung eines dauernden Friedens undzur Zurückziehung unsrer Heere aus Palästina zu machen."
„St. Georg!" sagte Richard voll Erstaunen — „ich habebillig immer eine schlechte Meinung von ihnen gehabt; aberich ließ mir nicht träumen, daß sie sich zu solcher Schmacherniedrigen konnten. Sagt, Sir Kenneth, mit welcher Ge-sinnung habt Ihr diese Botschaft besorgt?"
„Mit recht guter, Herr," sagte Kenneth, „denn wenn wirunseren edlen Feldherrn verloren hätten, unter dessen Füh-rung ich einzig auf Sieg hoffte; so sah ich Keinen mehr, deruns gleich ihm zur Eroberung hätte führen mögen, und untersolchen Umständen hielt ich es für gut, eine vollkommene Nie-derlage zu vermeiden."
„Und unter welchen Bedingungen sollte dieser gehoffteFriede geschloffen werden?" sagte König Richard, mit Müheden Zorn verbergend, der sein Inneres zerriß.
„Das ist mir nicht vertraut worden, Herr," sagte derRitter vom schlafenden Leoparden. „Ich habe sie versiegeltdem Einsiedler überliefert."
„Und für was haltet Ihr diesen ehrwürdigen Einsiedler?— für einen Thoren, Tollen, Schurken oder Heiligen?" fragteRichard.
„Seine Tollheit, Sir," versetzte der schlaue Schottländer,„halte ich für angenommen, um die Gunst und Verehrung der