206
„Aber Ihr wollt mich doch auch zu Eurer Liebsten ma-chen?" sprach Leue.
„Ei was denn sonst?" fragte der Lord.
„Ja ich meine, zn Eurer Frau Liebsten."
„Leuchen, diese Gefälligkeit kann ich dir nicht versprechen.Eine Frau Liebste und eine Liebste, das ist ein großer Unter-schied."
„Ich habe von Frau Suddlechop, bei der Ihr mich nnter-gebracht hattet, ganz kürzlich gehört, daß Lord Glenvarlochdie Tochter des Uhrmachers David Ramsay heirathet."
„Lenchcn, es ist ein Zwischenraum zwischen Becher undLippe," bemerkte Dalgarno. „Ich trage Etwas bei mir, wel-ches das Aufgebot zu dieser hoffnungsvollen Heirath zunichtemachen kann, und zwar noch che der Tag seinem Ende vielnäher gekommen ist."
„So? Aber mein Vater war ebensoviel, wie DavidRamsay, und eben so wohlhabend. Warum solltet Ihr michalso nicht heirathen? Ihr habt mir Leid genug zugefügt;warum solltet Ihr mir nicht diese Gerechtigkeit widerfahrenlassen ?"
„Aus zwei guten Gründen, Lenchcn. Dir hat das Schicksaleinen Mann und mir hat der König eine Frau anfgehangen."
„Ja, edler Herr," wandte Leuchen ein, „aber sie bleibenin England und wir gehen nach Schottland."
„Deine Bemerkung ist wichtiger, als du es verstehst," er-widerte Dalgarno. „Ich habe schottische Rcchtsgelehrte sagenhören, daß das eheliche Band in unserem glücklichen Landedurch die sanfte Hand des gewöhnlichen Gesetzes gelöst werdenkann, während in England eine eigne Verfügung des Parla-ments dazu gehört, um es zu zerreißen. Also, Lenchcn, wirwollen diese Sache überlegen, und mögen wir nun wieder »er-