45
„Nur wenig, edler Herr; wohl aber kenne ich Tw. Gestren-gen edles Geschlecht. — Mein Name ist Lorenz Linklater."
„Linklater?" wiederholte Nigel. „Ich erinnere mich-"
„Verzeihen Ew. Herrlichkeit, daß ich Ench unterbreche,"fuhr der Koch fort. „Ich bin Lehrbursche gewesen beim altenMungo Moniplies an der Westpforte zu Edinburgh,, die ichvor meinem Tode noch ein Mal zu sehen hoffe. Da Ew. Herr-lichkeit hochedler Vater den Richard Moniplies als Euren Die-ner in sein Hans genommen hatte, so fand eine Art von Zu-sammenhang statt."
„Ah!" sprach Lord Glenvarloch. „Euren Namen hatteich fast vergessen, aber nicht Euer wohlgemeintes Unternehmen.Habt Ihr nicht dem Richard Gelegenheit verschafft, dem Königeeine Bittschrift zu überreichen?"
„Ganz recht, edler Herr," antwortete des Königs Koch.„Ich wäre bei dem Spaße beinahe übel weggekommen, dennRichard, der stets eigensinnig gewesen ist, „wollt' mir nicht fol-gen, der Wicht," wie es im Volkslied«: heißt. Aber keiner von dengeschickten englischen Köchen versteht es, Sr Majestät geheilig-ten Gaumen mit unseren schmackhaften schottischen Gerichtenzu kiyeln. Ich nahm meine Kunst zusammen, bereitete ausjungen Klosterhühnern eine Suppe und ei» schmackhaftes Hachis,und das gab der ganzen feindseligen Rotte den coup üe grsee,so daß ich statt Ungnade Beförderung davontrng. Ich binjetzt, Gott sei Dank, Küchenschreiber, habe einen Fuß im Hof-fouriersamte und komme mit der Zeit wohl ganz hinein."
„Es ist mir recht herzlich lieb, zu hören, daß Ihr meinet-halben nicht zu Schaden gekommen se«d," erwiderte Lord Glen-varloch. „Noch mehr freue ich mich über Eure Beförderung "„Ihr seid sehr gütig, edler Herr," sprach Linklater, „undvergeßt arme Leute nicht. Warum sollte man sie auch ver-