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falschen Stich machte. Ich war damals nicht viel über fünf-zehn Jahre alt. Diese Blumen machen mich zu einer altenJungfer, Monna Paula."
„Ich wollte, sie könnten Euch zn einer weisen Jungfraumachen, mein Kind," erwiderte Monna Paula, bei der JungferMargarethe nicht so viel galt, als bei ihrer Gebieterin, thcilsweil Paula eine Strenge besaß, welcher jugendliche Lustigkeitunleidlich war, theils in Folge der Eifersucht, mit welchereine Lieblingsdienerin eine vermnthliche Nebenbuhlerin in derGnnst ihrer Gebieterin betrachtet.
„Was sagst du, Kleine, zn Monna?" nahm die Dame dasWort.
„Nichts weiter, gnädige Frau," antwortete Grethchen, „alsdaß ich die wirklichen Blumen drei Mal habe blühen sehen,seitdem ich Monna Paula zuerst bei der Arbeit in ihremStramingarten erblickt habe, und daß ihre Veilchen noch keineKnospen getrieben haben."
„Das ist wahr, mein Kind," erwiderte Hermione; „aberdie Blumen, welche die längste Zeit brauchen, bis sie zumVorschein kommen, blühen auch am längsten. Du hast sie dreiMal im Garten blühen sehen und auch drei Mal welken; dieBlumen der Monna Paula bleiben für immer, — sie brauchenweder Frost noch Sturm zu fürchten."
„Richtig, edle Frau," entgegnete Margarethe; „aber siehaben weder Leben noch Duft."
„Das, liebe Kleine," sprach die Klausnerin, „ist, wiewenn man ein von Hoffnung und Furcht bewegtes, mit Ge-lingen und getäuschter Hoffnung abwechselndes, von Liebe undHaß erschüttertes, durch erschöpfenden Wechsel getrübtes undverkürztes Leben mit einem ruhigen Dasein vergleicht, welchesnur von Pflichtgefühl beseelt und in seinem gleichmäßigen