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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
206
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Gäste saßen, so daß Nigel Muße hatte, seine Gestalt und sein Ge-sicht zn mustern. Er war elegant, fast übertriebe» elegant in dieglänzende Tracht jener Zeit gekleidet, welche zn seinem Alteretwa fünfundzwanzig Jahre wohl paßte. Sein Wuchs waredel, in seinem hübschen Gesichte ließe» sich leicht die Züge seinesVaters wicderfindcn, nur gemildert durch die stete Gewohnheithöflicher Mienen, zu welcher der alte Graf sich nicht hatte beque-men können. Im Uebrigen war sein Benehmen fein, ungezwun-gen, frei oom Scheine des Hochmnthes und der Förmlichkeit, sodaß man ihm weder stolze Kälte noch vorlaute Heftigkeit vor-werfen konnte. Insofern hatte sein Vater Recht gehabt, ihnvon den hervorstechendsten Fehlern, die er dem Prinzen unddem Herzog von Buckingham zuschrieb, frciznsprechen.

Während der alte Graf seinem Sohne den Lord von Glen-varloch als einen Solchen vorstellte, den er lieben und ehrensolle, beobachtete Nigel genau das Gesicht des Lord Dalgarno,um zn sehen, ob er Etwas von der geheimen Abneigung ent-decken könne, welche der König als eine Folge der widerstrei-tenden Interessen Glcnvarlochs und Buckinghams angedentcthatte. Er sah Nichts der Art. Im Gegentheil, Lord Dal-garno empfing seinen neuen Bekannten mit jener freundlichenHöflichkeit, welche einen ehrlichen jungen Mann sogleich gewinnt.

Es braucht kaum bemerkt zu werden, daß dies Benehmen beiNigel Olifannt freudigen Anklang fand. Er war noch nicht überzweinndzwanzig Jahre alt und hatte mehrere Monate lang derGesellschaft von seines Gleichen entbehrt. Denn als seines Vatersplötzlicher Tod ihn ans den Niederlanden nach Schottland zurück-rief, hatte er vollauf mit Rcchtsangelcgcnheitcn znchhnn gehabt,welche mit dem Verluste seines standeshcrrlichcn Gutes zn endigendrohten. Seine Trauer, sein durch die Zerrüttung seiner Vermö-gensverhältnisse gebeugter Stolz und die Ungewißheit über den