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welcher du dich zählst; besuche die Tempel Gottes aus reinemAntriebe, und dein Beispiel wird auch Andere zur gemeinsamenVerehrung des höchsten Wesens reizen; achte alles Religiöse, auchbei denen, die eines andern Glaubens sind, als du; liebe mitgleicher Liebe den Fremdgläubigcn, wie den Genossen deinesGlaubens: so bist du ein Priester Gottes auf Erden, welcherSeelen zum Himmel führt.
Gehe hin, und lasse Leine Thaten zeugen von der Vorzüglichkeitdeines Glaubens; fessele dich los von allen Lastern und Fehlern;handle gerechter, als es von Andern geschehen mag; sei behen-der zu allem Guten, als sie, und doch bescheidener in Anmaßungeines Ruhmes, denn Andere; schäme dich nicht, den Tugend-haften zu ehren, er stehe, wo er wolle; zittere nicht, eine Wahr-heit zu bekennen, wo sie heilsam wird; erröthe nicht, wenn Spötterob deines guten Eifers spotten; traure nicht, wenn Schadenfreudedich mit Undank kränkt; wanke nicht, wenn man dich verkenn:,und dir bei deinem gemeinnützigen Streben falsche Absichten zu-schreibt; stehe fest, wie ein Fels Gottes, in den Ungcwittern desLebens; blicke heitern Auges zur Ewigkeit, wenn deine Geliebtenvahinstcrbcn; bleibe gelassen, wenn dich das Schicksal niedcrbcugt,und unverzagt, wenn dir dein Hab und Gut verschwindet: sobist du ein Priester Gottes auf Erden, der das Evangelium ver-kündet durch die Tugenden, mit welchen cs uns bereichert.
O Gottheit! nur so möchte ich Dein Priester sein; o Jesus,so Dein Bote unter den Sterblichen! —
Und was ich möchte, kann ich cs nicht? Was hindert mich,wenn ich mich nicht selbst hindere, ein Verkünder des allerhcilig-ste» Glaubens zu sein? Wer kann es mir wehren, Dein Reich,o himmlichcr Vater, auf Erden zu verbreiten? Keine irdischeMacht!
So gehe denn mein Wunsch in Erfüllung, und Du, o Geist