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3 (1853)
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von lebhaften Gefühlen und Rührungen begleitet sein könne. Der-gleichen aufwallende Gefühle sind zwar schön, aber ihrer Naturnach sehr vergänglich. Man muß auch nicht glauben, daß man,um ein wahrer Christ zu sein, unaufhörlich im bürgerlichen Gc-schäftsleben nur an das Heiligste und an nichts Anderes denkenmüsse, oder daß man, man thue was man wolle, bei allenDingen Gott und Frömmigkeit, oder wohl gar Gebete und bibli-sche Sprüche im Herzen oder im Munde bereit haben müsse;nein! Der Mensch hat zu vielerlei Verhältnisse, die ihn zer-streuen, und doch nur eine einzige Seele. Er muß dem, was erunternimmt und thut, jedesmal seine ganze Kraft weihen, unddoch ist seine Kraft so beschränkt. Er kann, er soll sogar nichtbeständig beten, er soll auch arbeiten, er soll mit seinen Freun-den umgehen, er soll seine Kinder erziehen, er soll sein Haus-wesen regieren, er soll sich über mancherlei Nothwendigkeitenunterrichten. Aber wenn er alles dieses thut, soll er es mitVernunft, mit Ucbcrzcugung, mit dem Vorsatze thun, es aus diebeste, edelste, nützlichste Weise zu vollbringen. Und dies, undnichts Anderes, ist das wahre, thätigc Christcnthum.

So ist denn das Christcnthum keine unaufhörliche Begeiste-rung, kein beständiges Schweben in frommen Empfindungen,kein fortwährendes Gebetsprechen, kein stetes Erbaulichrcdcnwollcn,sondern eine ruhige, besonnene Stimmung des Gcmüths, nichtsUnanständiges, nichts Unüberlegtes, nichts Schädliches zu thun,sondern überall das Nützliche, das Wohlthätig-, was das Besteanderer Menschen befördert, was Liebe und Frieden erweckt.

Und ist es denn wirklich so schwer, daß kill mit Vernunft be-gabtes Wesen, wie der Mensch ist, nur bei allen seinen Hand-lungen vernünftig denke, spreche und handle? Ist es dennso schwer für einen gesunden Menschen, daß er sich vor Krank-heit hüte, daß er nicht muthwillig ein Messer ergreife und sich