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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
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Nein, Jeanie, das würde nicht von derselben Wirkungsein. ES wäre wie eine ausgeschriebene Predigt, der wir äch-ten Presbyterianer, wie Du weißt, weniger Salbung Zu-trauen, als einer freigesprochenen. Sage nur der gnädigenFrau Alles einfach und dreist, wie Du es vorgestern mir sag-test; und wenn Du sie gewinnen kannst, so wollte ich dafürsieben, der König gewährt Dir die Begnadigung.

Er zog bei diesen Worten eine Flugschrift aus der Tasche,und fing an zu lesen. Jeanie hatte Verstand und ein richtigesGefühl, deren Vereinigung das bildet, was man natürlicheHöflichkeit nennt. Sie nahm dies als einen Wink, der Her-zog wolle nicht weiter gefragt sein, und schwieg.

Schnell rollte der Wagen über üppige Wiesen, mit präch-tigen alten Eichen geziert. Hier und da ward der glänzendeSpiegel eines breiten ruhigen Stromes sichtbar. Nachdem siedurch ein anmuthiges Dorf gekommen, hielt der Wagen aufeiner Anhöhe still. Hier stieg der Herzog aus, und forderteJeanie auf, ein Gleiches zu thun- Sie standen einige Augen-blicke auf der Spitze des Hügels still, die wunderbare Schön-heit der Landschaft zu betrachten, die vor ihnen entfaltet lag.Ein weites Meer grüner Wiesen, von dicht belaubten Gebü-schen durchkreuzt, war der Aufenthalt zahlloser Heerden, diefrei und herrenlos die reichen Tristen zu durchwandern schie-nen. Die Themse, hier mit Landhäusern geschmückt, und dortvon Wäldchen umkränzt, bewegte sich langsam und geräusch-los vorwärts, als sei sie die mächtige Königin des Ganzen,und alles einzelne Schöne nur ihr zugeordnet; und sie trugauf ihrem Busen Hunderte von Barken und Schiffchen, derenweiße Segel und lustig flatternde Wimpel dem herrlichenBilde Leben verliehen-

Der Herzog von Argyle war mit diesem Anblick bekannt;