Druckschrift 
10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

122

ficherheit des Weges, gedachte sie jetzt der Warnung Rat-cliffe'S und zeigte der Wirthin den wunderlichen Paß, den erihr gegeben.

Die Wirthin zu den sieben Sternen pfiff auf einem silber-nen Pfeifchen, welches nach damaliger Gewohnheit an ihrerSeite hing, und eine Magd trat in's Zimmer.

Der Kellner soll heraufkommen," sagte Frau Bickcrton-

Dieser, ein häßlicher Kerl mit schielenden verschmitzten Au-gen und einem hinkenden Fuße, erschien sogleich.

Richard," sagte die Wirthin im Tone der Gebieterin,Du bist ziemlich bekannt mit dem, was auf der Landstraßevorgeht."

Ei nun," meinte Richard mit halb reuigem, halb listigenAchselzucken,zu meiner Zeit habe ich freilich dies und jenesdavon gewußt " Er nahm einen pfiffigen Btick an und lachte,dann wieder einen ernsten und seufzte, wie Einer, der bereitist, die Sache von beiden Seiten zu nehmen-

Kennst Du unter andern dies?" fragte Frau Bickcrton,ihm Ratcliffe's Papier zeigend.

Als Richard cs angesehen, blinzelte er mit einem Auge,dehnte seinen unförmlichen Mund von einem Ohr bis zumandern aus, kratzte sich tüchtig in den Kopf und sagte:Ken-nen? Nun kennen möcht' ich's vielleicht, wenn's ihm kei-nen Schaden bringt."

Nicht den geringsten; aber Dir bringt es ein GlasBranntwein, wenn Du sprichst."

Nun, so kann ich denn wohl sagen, daß jeder ordentlicheKerl auf der Landstraße diesseits Stamford Jakob Ratcliffe'sPaß kennt und ihn wird gelten lassen."

Frau Bickcrton gab ihm die versprochene Belohnung undentließ ihn.