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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
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sie statt des Schleiers über dem Kopf trug, so wie der Man-gel der Fußbekleidung sie höhnischen Bemerkungen aussetze.Sie legte also jenes sorgfältig in ihr Bündelchen und ersetzteihn durch einen großen Strohhut, wie ihn die Landmädchenin England trugen. Auch richtete sie sich nach der Sitte,stets Schube und Strümpfe zu tragen, obgleich sie ihr an-fangs beim Gehen beschwerlich waren-

Sie fand bald, daß man auch ihre Sprache und ihrenTon bespöttele und suchte daher das Sprechen so viel alsmöglich zu vermeiden. Grüße der Vorübergehenden erwie-derte sie nur mit einer höflichen Verbeugung, und wählte nurstillere, anständig scheinende Wirthshäuser zu Ruheplätzen-Größtentheils fand sie eine gute freundliche Aufnahme. Zu-weilen verschaffte man ihr auch die Gelegenheit, auf irgendeinem Wagen eine Strecke Weges mit fortzukommen.

Zu Ijork, wo Jeanie zu ihrer Freude in der Besitzerin desGasthofs eine Landsmännin antraf, verweilte sie beinahe ei-nen ganzen Tag, theils um neue Kräfte zu sammeln, theilsum an ihren Vater und an Butler zu schreiben ein Ge-schäft, welches für ihre ungeübte Feder kein leichtes war- Inder Nachschrift theilte sie ihrem Vater mit, was sie unter-wegs als Mittel gegen eine gewisse Krankheit des Rindviehsgelernt, damit er es bei einer ihrer kranken Kühe versuchenkönne. Ferner berichtete sie ihm, daß sie in London sogleichzur Tabackshändlerin Frau Glas, ihrer Verwandten, gehenwolle. Sie aufzufindcn, meinte sie, würde ein Leichtes sein.

Ihrem Freunde Butler ertdeilte sie gleichfalls einigen Be-richt von ihrer Reise; sie erkundigte sich mit liebevoller Theil-uahme nach seiner Gesundheit, bat ihn getrost zu sein, und ihrnach London zu schreiben, wie cs ihm gehe. Sie bemühtesich in diesen Briefen froher, muthiger und hoffnungsvoller zu