ihrem Verderben hinter ihr her ist, und Einem noch obendreindas eigene ehrliche Haus in schlechten Ruf bringt. Nein, dieSache geht mir zu bunt,"
„Ei, Nachbarin, leben und leben lassen," sagte Frau Heim-lich. „Wir find auch einmal jung gewesen, und müssen nichtgleich Arges denken, wenn Buben und Mädchen zusammenkommen."
»Jung gewesen? Arges denken ?" wiederholte Jungfer Gretebeleidigt. „So alt bin ich eben noch nicht, Frau Heimlich;und was Ihr Arges denken nennt, so habe ich dem Himmelsei Dank, niemals etwas von dergleichen gewußt, weder imGuten noch im Bösen."
„Ihr könntet ihm auch für was Besseres danken," versetzteFrau Heimlich, den Kopf werfend, „und solch ein Küchleinkönnt Ihr auch nicht mehr sein, denn bei der letzten schotri-schen Parlamentssitzung hattet Ihr schon Euer eigenes Ge-werbe, und das war Anno sieben "
Herr Peter Süßpflaum, der begleitende Ritter der beidenstreitenden Damen, sah die obwaltende Gefahr, und suchteals Freund der Ruhe und friedlicher Nachbarschaft die Unter-haltung alsbald zu ihrem Ursprung zurückiuführen.
„Der Oberrichter," begann er, „sagte nicht Alles, was eruns sagen konnte, Nachbarinnen, wegen der Begnadigung.Bei einem Rechtsgelehrten glbi's immer einen Hinterhalt-Aber die Sache ist so etwas von einem Geheimniß."
„Was ist es? Was ist es?" riefen Beide zugleich» indemdas Wort Geheimniß als ein mächtiges Bindungsmittelauf die gährenden Stoffs ihres Streits wirkte.
„Herr Sattelbaum hier kann besser Auskunft darüber gebenals ich, denn von ihm Hab' ich es," sagte Süßpflaum, indemSattelbaum mit seiner Frau am Arm hinter ihnen herkam.