5 «
derselben berief er sich auf die Autorität mehrerer Lords, wieer denn stets, sich seiner hohen Verbindungen rühmend, eineMenge hochtönender Namen im Munde zu führen pflegte.Die Gesellschaft ergoß sich noch in mancherlei, znm Theil sehreigennützige Klagen über den Verfall des guten alten Schott-land, und über die eben erlittene Ungerechtigkeit.
„Nicht allein das vergossene Blut schreit zu uns," sagteFrau Heimlich, „sondern auch das, welches hätte vergossenwerden können. Da hatte mein Tochterkind, die kleine EppieDaidle — Sie kennen ja das kleine Ding, Jungfer Gretchen— ein wenig die Schule geschwänzt, was Kinder wohl thun,wie Sie wissen, Herr Butler" —
„Wofür sie aber auch," fiel der Schulpedant ein, „von de-nen, die ihnen Wohlwollen, ernstlich gezüchtigt werden sollten"
„Und sie war bis ganz dicht unter den Balken gekrochen,um sich das Hängen anzusehen, aus lieber Neugier, wie Kin-der nun sind — und hätte sie nicht so gut können erschossenwerden, wie ein Anderes? Und, daß Gott erbarm, was wäredann ans uns allen geworden? Ich möchte doch sehen, wiecS der Königin Caroline gefiele, eins von ihren Kindern insolcher Gefahr zu wissen?"
„Das Gerücht sagt," versetzte Butler, „Ihre Majestätwürde sich einen solchen Umstand nicht sehr zu Herzen genom-men haben."
„Das weiß ich," fuhr Frau Heimlich fort, „wenn ich einMann wäre, so sollte es mir der Hans Porteous bezahlen,cs möchte auch daraus werden, was wollte, und hätten auchalle Königinnen und Prinzessinnen von England das Gegen-theil geschworen."
„Und ich würde die Kerkerthür mit meinen Nägeln niedcr-rcißen," rief Jungfer Grete, „aber kommen müßt ich an ihn."