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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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erhielt. Er verdiente diese Erhebung allein vermöge seiner mi-litärischen Geschicklichkeit und seines aufgeweckten und entschlosse-nen Charakters als Polizeiofficier, denn man sagt, er sei einsittenloser Mensch, ein unnatürlicher Sohn und ein tyranni-scher Ehemann gewesen. Er war indeß nützlich ans seinemPosten, und seine rauhe und heftige Handlungsweise machteihn den Schwärmern und Ruhestörern furchtbar.

Das Corps, welches er commandirte, ist, oder vielleicht soll-ten wir eher sagen, war eine Vereinigung von etwa hundertund zwanzig Soldaten, in drei Compagnien getheilt, regel-mäßig bewaffnet, gekleidet und einexercirt. Sie bestanden größ-tenteils ans Veteranen, welche die Erlaubniß hatten, ihrHandwerk zu treiben, wenn sie nicht im Dienst waren. DieseLeute hatten die Aufgabe, die öffentliche Ordnung zu erhalten,Excesse und Räubereien auf den Straßen zu verhindern, kurz,als bewaffnete Polizeidiener zu handeln, und bei allen öffent-lichen Gelegenheiten zugegen zu sein, wo man Verwirrungenund Störungen erwarten konnte. Ein Scharmützel mit diesenVeteranen war eine beliebte Erholung für den edinbnrgerPöbel, wenn ein Feiertag einige Unordnung und Gezänk ge-stattete. Doch das ehrwürdige Corps, mit dem diese Kämpfestattfanden, kann jetzt als gänzlich erloschen angesehen werden-Die allmählige Verringerung dieser Stadtsoldaten erinnert unsan das Schicksal von König Lear's hundert Rittern. Die Edictejeder auf einander folgenden Stadtobrigkeit haben, gleich denenvon Goneril und Regan, diese ehrwürdige Schaar mit einerähnlichen Frage verringert: «Wozu bedürfen wir fünfundzwan-zig? zehn? oder fünf?" Und jetzt ist man beinahe da-hin gekommen zu fragen:Wozu bedürfen wir auch nur eineseinzigen?" Hin und wieder sieht man freilich noch zuweilende» Schatte» eines alten grauköpfigen und graubärtigeu Hoch-Kerker von Edinburg. I. 3