rathen! nein, nein, ihr seid beide gleich! beide von gleich gu-tem Adel und fähig, mit Geringschätzung auf jeden roturierin Schottland herabzublicken."
„Und auch im Punkte des Vermögens ziemlich gleich, weilwir beide nichts haben," fuhr Hektar fort. „Ich kann einenMißgriff begehen, aber der Anmaßung kann ich mich dabeinicht zeihen."
„Aber der Mißgriff, wenn du es so nennen willst," sagteder Oheim, „liegt darin, daß Sie dich nicht haben will."
„Wirklich, Sir?"
„Es ist allerdings so, Hektar; und um cs doppelt gewißzu machen, muß ich dir sagen, daß sie einen andern Mannliebt. Sie mißverstand einige Worte, die ich ihr einst sagte,und seitdem bin ich in Stand gesetzt worden, die Deutung zuerrathen, die sie ihnen gab. Damals konnte ich mir ihr Er-röthcn und ihre Verlegenheit nicht erklären; aber, mein armerHektar, jetzt weiß ich, daß es das Todessignal deiner Hoffnun-gen und Wünsche war- Ich rathe dir daher, zum Rückzug blasenund deine Truppen so gut als möglich abziehen zu lassen, denndie Festung ist zu gut besetzt, als daß du sie stürmen könntest."
„Ich brauche gar nicht zum Rückzug blasen zu lassen,Oheim," sagte Hektor, sich trotzig emporrichtend und wie mitbeleidigter Wurde einherschreitend; „kein Mensch braucht rück-wärts zu marschiren, der noch nie zum Angriff vorrückte. Esgibt Mädchen außer Miß Wardvur in Schottland, und voneben so guter Familie" —
„Und beffcrm Geschmack," sagte sein Oheim; „das ist sicher-lich wahr, Hektor; und obwohl ich gestehn muß, daß sie einsder gebildetsten und gefühlvollsten Mädchen ist, die ich je sah,so fürchte ich doch, daß ihre Tugenden bei dir nicht ange-wandt sein würden. Eine stolze Figur, mit zwei Federn, ei-