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9 (1851) Der Alterthümler
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Knospen, dann die Zweige, bis er einem so verfallenen und ster-benden Stamme gleicht, wie er jetzt vor Ihnen steht. HabenSie jetzt Mitleid und Vergebung für mich?"

Mylord," antwortete der Alterthümler sehr bewegt,ummein Mitleid, um meine Vergebung haben Sie nicht erst zu bit-ten, denn Ihre schreckliche Geschichte ist nicht nur an sich selbstdie genügendste Entschuldigung für alles, was in Ihrem Beneh-men geheimnißvoll erscheinen mochte, sondern die Erzählung istauch von der Art, das; sie selbst Ihre schlimmsten Feinde (zu de-nen ich nie gehörte, Mylord,) zu Thränen und Mitleid bewegenmüßte. Aber erlauben Sie mir zu fragen, was Sie nun zu thundenken, und warum Sie mich, dessen Meinung wenig Geltunghaben kann, mit Ihrem Vertrauen in dieser Sache beehrten?"

Mr. Oldbuck," antwortete der Graf,da ich nie die Be-schaffenheit des Bekenntnisses, welches ich heute vernahm, voraus-ahncn konnte, so brauche ich nicht zu sagen, daß ich nicht beab-sichtigte, Sie oder irgend Jemand anders in Dingen um Rathzu fragen, deren Charakter ich auch nicht einmal leise vermuthenkonnte. Aber ich bin ohne Freunde, nicht in Geschäften geübt,und durch lange Zurückgezogenheit unbekannt mit den Gesetzendes Landes und den Gebräuchen der gegenwärtigen Generation;und da ich mich nun höchst unerwartet in Dinge verwickelt finde,von denen ich gar nichts verstehe, so greife ich, wie ein ertrin-kender Mensch, nach der ersten Stütze, die sich darbietet. Siesind diese Stütze, Mr. Oldbuck. Ich habe Sie stets als einenMann von Klugheit und Einsicht nennen hören ich habe Sieselber als einen Mann von entschlossenem und muthigem Geistekennen gelernt und hier liegt nun ein Umstand vor uns, deruns in gewisser Hinsicht vereinigen sollte: wir haben beidedem trefflichen Charakter der armen Eveline Bewunderung ge-zollt- Sie kamen mir selbst in meiner Roth entgegen und Sie