ISO
„Ich nicht," sagte Edie; „ich denke vor der Sünde desHochmulhs sicher zu sein."
„Welches Gewerbe triebst du in der Jugend?" fuhr derGraf fort.
„Ich war Soldat, Mylord; ich habe da manchen heißenTag erlebt. Ich sollte Sergeant werden, aber —"
„Ein Soldat! dann hast du gemordet und gesengt, geplün-dert und geraubt?"
„Ich will nicht sagen," crwiedcrte Edie, „daß ich besserals meine Nebenmänner war — 's ist ein rauhes Gewerbe —Krieg ist nur dem angenehm, der nie dabei gewesen ist."
„Und setzt bist du alt und elend, und erbittest von derBarmherzigkeit das Brod, das du in der Jugend der Handdes armen Bauers entrissest?"
„Ich bin ein Bettler, das ist wohl wahr, Mylord; aberso ganz elend bin ich eben nicht. Was meine Sünden betrifft,so ward mir die Gnade, sie zu bereuen, wenn ich so sagendarf, und sie auf Jemand zu legen, der sie besser tragen kann,als ich. Was meine Nahrung anlangt, so verweigert Nie-mand einem alten Manne einen Bissen und einen Trank. Soleb' ich wie ich kann, und werde gern sterben, wenn ich ab-gerufen werde."
„Und also kannst du auf wenig Angenehmes oder Preis-würdiges in deinem vergangenen Leben zurücksehen, kannst nochweniger auf deine übrige irdische Zukunft mit Freude blicken,und bist dennoch zufrieden, den Rest deines Daseins bis an'SEnde zu schleppen? Geh, geh; und beneide in deinem Alter,deiner Armuth und Noth nie den Herrn eines solchen Hauseswie dies hier, mag er schlafen oder wachen — hier ist etwasfür dich."
Der Graf legte in des alten Mannes Hand fünf oder sechs