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9 (1851) Der Alterthümler
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und unwillkürlich die Gedanken,schuldlos und von Allengeachtet, hielt ich mich für unglücklich. Was bin ich nun, mitdieses jungen Mannes Blut an meinen Händen? DasGefühl des Stolzes, welches mich zu der Thal trieb, hat michnun verlassen, wie man vom bösen Feinde sagt, daß er die-jenigen verlasse, die er zur Sünde verlockt hat." Selbst seineLiebe zu Miß Wardour schwand jetzt vor diesen ersten Ge-wiffenSqualen, und er glaubte, er würde jeden Schmerz ver-schmähter Liebe ertragen können, wenn er nur das Bewußt-sein, frei von blutiger Schuld zu sein, dafür wieder erlangte,welches er noch am Morgen besessen hatte.

Die quälenden Gedanken wurden durch keine Anrede vonSeiten seines Führers unterbrochen, welcher das Dickicht vorihm theilte, jetzt die Zweige zurllckhielt, um ihm den Durch-gang zu erleichtern, jetzt ihn zur Eile ermahnte, und dannwieder mit sich selber sprach, wie es alte einsame und ver-nachlässigte Leute gewohnt sind. Diese Worte würden Lovelentgangen sein, selbst wenn er darauf gelauscht hätte; oderhätt' er sie auch verstanden, so kamen sie doch zu einzeln, umeinen verständlichen Zusammenhang zu bilden; eine Gewohn-heit, die man bei Leuten von dem Alter und dem Beruf Edie'soft bemerken kann.

Endlich, als Lovel, erschöpft sowohl von seinem letztenUnwohlsein, als den unruhigen Gefühlen, die ihn aufgeregthatten, und die nöthige Anstrengung, mit welcher er seinemFührer auf' dem rauhen Pfade gefolgt war, zu ermatten undzurückzubleiben begann, brachten ihn einige gefährliche Stufenan den Rand eines Abgrundes, welcher mit Buschwerk undjungem Holz bewachsen war. Hier ward eine Höhle, am Ein-gänge so eng wie ein Fuchsbau, durch einen schmalen Spaltim Felsen angczeigt; sie war mit den Zweigen einer alten