fetter ein wenig übelgelaunt und sogar betroffen, „ich bin dochwirklich nie gegen nachbarliche Freundschaft gewesen, und niegegen leben und leben lassen, wie man sagt; und da ich sothöricht war, und Ihnen die postamtliche Weisung sehen ließ— nun, ohne Zweifel, man muß ihr gehorchen; aber ich werdeIhren Burschen nicht brauchen, vielen Dank dafür; ich willden kleinen Davy aufJhrem Klepper schicken und das wird fürjeden gerade fünf Schilling drei Pence machen, wie Sie wissen."
„Davy! du lieber Gott! der Junge ist noch nicht zehn Jahralt; und, um cs offen zu sagen, unser Klepper hat seineMucken und ist auf der Straße schwer fortzubringen; cs kannihn Niemand behandeln, außer unser Jock."
„Das thut mir sehr leid," antwortete die Postmeisterin ernst-haft, „denn so müssen wir am Ende doch warten, bis mein Mannnach Hause kommt. Denn ich möchte nicht gern dafür verant-wortlich werden, daß ich den Brief so einem Burschen, wie Jockanvertraute. Unser Davy gehört gewissermaßen zum Amte."
„Gut, gut, Mrs. Mailsetter, ich sehe schon, wo Sie hin-aus wollen. Aber wollen Sie den Jungen dran wagen, sowag' ich auch das Thier dran."
Alsbald ertheilte man die nöthigen Aufträge. Der mißmu-thige Klepper ward aus seinem Strohbett gebracht und wiederzum Dienst vorbereitet — Davy (mit einer ledernen Posttaschequer über die Schultern,) ward auf den Sattel gepflanzt, mit einerThräne im Auge und einer Peitsche in der Hand. Jock führtegutmüthig das Thier bis vor die Stadt, und mit dem Klatschenseiner Peitsche und dem Hoho und Halloh seiner wohlbekanntenStimme, nöthigte er es, den Weg nach Monkbarns einznschlagen.
Unterdessen brachten die Gevatterinnen, gleich den Sybillen,die ihre Blätter zu Rathe gezogen haben, die am Abend er-haltene Nachricht in Ordnung und Zusammenhang, und am