Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
162
Einzelbild herunterladen
 

162

Tressilians Gedanken wendeten sich augenblicklich von jederpersönlichen Rücksicht ab, und beschränkten sich allein auf Emma'sWohlfahrt. Er hegte keinesweges so unbegrenztes Vertrauen zuLeicesterS Entschlüssen, dessen Gemüth ihm zu heftig aufgeregtschien, als daß er der ruhigen Vernunft hätte folgen können;auch hielt er Emma ebenso wenig in den Händen seiner Dienst-leute für sicher, ungeachtet der Betheuerungen, die er ihm des-halb gab.Mylord," sagte er ruhig,ich will Euch nicht be-leidigen, und bin weit davon entfernt, Streit mit Euch zusuchen; doch meine Verbindlichkeit gegen Sir Hugh Robsartzwingt mich, diese Sache augenblicklich vor die Königin zubringen, damit der Rang der Gräfin anerkannt werde."

Das werdet Ihr nicht nöthig haben, mein Herr," cnt-gegnetc der Graf mit Stolz;wagt nicht, Euch in meine An-gelegenheiten zu mischen. Nur Dudley's Stimme soll Dudley'SSchande verkünden. Ich werde es Elisabeth selber sagen, unddann auf Leben und Tod nach Cumnor Place eilen."

Mit diesen Worten band er sein Pferd von dem Baumelos, schwang sich in den Sattel und ritt in vollem Galoppauf das Schloß zu.

Nehmt mich vor Euch aufs Pferd, Herr Trcssilian,"sagte der Knabe, als er sah, daß Tressilian mit derselben Eilesich in den Sattel schwangmeine Erzählung ist noch langenicht zu Ende, und ich bedarf Eures Schutzes."

Tressilian willigte ein und folgte dem Grafen weniger schnell.Unterwegs bekannte der Knabe mit großer Reue, daß er Way-land den Brief weggenommen, um sich wegen des Mangelsan Zutrauen an ihm zu rächen. Er habe Wayland den Briefzurückgeben wollen, da er darauf gerechnet, daß er die Rolledes Arion spielen werde. Da dies nicht geschehen, habe erversucht zu dem Grafen zu gelangen, sei aber beständig von