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einen Vorwurf daraus, auch nur auf einen Augenblick ihrvertrauter Gesellschafter geworden zu sein.
„Dies sind also die Menschen, Emma," sagte er bei sichselber, „zu deren Umgang Dein grausamer Leichtsinn, Deineunbesonnene, höchst unverdiente Verachtung Denjenigen ver-dammte, von dem seine Freunde einst ganz andere Dinge hoff-ten, und der sich jetzt verachten muß, weil er von Andern ver-achtet wird, daß er sich aus Liebe zu Dir so weit erniedrigenkonnte! Aber unablässig will ich Deine Spur verfolgen, dieDu einst der Gegenstand meiner reinsten und innigsten Zunei-gung warst; obgleich Du mir von jetzt an nichts weiter seinkannst, als ein Wesen, welches ich beweine — so will ich Dichdoch vor Deinem Verführer, vor Dir selber beschützen — ichwill Dich Deinen Eltern — Deinem Gotte zurückgeben. Ichkann dem Hellen Sterne nicht gebieten, wieder in die Sphärezu leuchten, aus welcher er gewichen ist, aber —"
Ein leises Geräusch im Zimmer unterbrach seine Träu-merei; er blickte um sich und erkannte in dem schönen undreich gekleideten Frauenzimmer, welches in diesem Augenblickedurch eine Seitenthür eintrat, den Gegenstand seiner Nachfor-schung. Der erste Eindruck, den diese Entdeckung auf ihnmachte, veranlaßte ihn, sein Gesicht mit dem Kragen seinesMantels zu bedecken, bis er einen günstigen Augenblick findenwerde, sich ihr zu zeigen. Doch seine Absicht wurde von derjungen Dame vereitelt — sie war nicht über neunzehn Jahrealt — welche freudig auf ihn zueilte, ihn am Mantel zupfteund scherzend sagte:
„Nein, mein süßer Freund, nachdem ich so lange auf Dichgewartet habe, darfst Du nicht Verstecken mit mir spielen, daDu endlich zu mir kommst. — Du bist des Verraths an treuerLiebe und zärtlicher Neigung verklagt, mußt vor Gericht er-