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5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
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Ihrer Majestät," erwiedcrte Frau Fleming mit gebühren-dem Nachdruck auf dem Worte,soll vermeldet werden, daßFrau Lochlevcn wartet."

Maria erschien augenblicklich und redete ihre Hauswirthinmit Höflichkeit, ja fast mit Herzlichkeit an.Das heißt edelgehandelt, Frau Lochlcven, denn obwohl Wir selber keine Ge-fahr unter Eurem Dach befürchten, so sind doch Unsere Frauendurch den Vorfall von heute Morgen sehr erschreckt worden,und unsere Mahlzeit wird um so heiterer sein durch Eure An-wesenheit und durch das Vertrauen, welches dieselbe einflößt.Habt die Güte, Platz zu nehmen."

Frau von Lochleven gehorchte dem Befehle der Königin, undRoland versah wie gewöhnlich das Geschäft des Vorschneidersund Dieners. Allein ungeachtet dessen, was die Königin gesagthatte, war das Mahl schweigsam und ungemüthlich. JederVersuch Mariens, ein Gespräch anzuknüpfen, erstarb unter denabgemessenen kalten Antworten der Burgfrau. Man bemerkteendlich, daß die Königin, welche diese annähernden Schritte alseine Herablassung ansah und sich mit Recht Etwas auf ihreGabe, zu gefallen, cinbildcrc, sich durch das abstoßende Beneh-men der Frau Wirthin verletzt fühlte. Nach einem bedeutsamenBlicke auf Frau Fleming und auf Katharinen zuckte sie dieAchseln und schwieg. Es erfolgte eine Pause. Endlich sprachFrau Douglas:Ich fühle, Madame, daß ich die Heiterkeitdieser schönen Gesellschaft störe. Ich bitte, mich zu entschuldi-gen. Ich bin Wittwe, hier allein mit einem gefährlichen Auf-trag, im Stich gelassen von meinem Enkel, verrathcn vonmeinem Diener. Ich bin wenig der Gnade werth, welcheIhr mir erweiset, indem Ihr mir einen Sitz an Eurer Tafelanbictet, wo man, wie ich sehe, in der Regel Witz und Kurz-weil von den Gästen erwartet."

Dev Abt. III.

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