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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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die Königin,braucht dem Arzte nicht gesagt zu werden. Esist mir schwer in den Gliedern, cs ist mir kalt um's Herz, wiedas bei Gefangenen selten anders ist. Frische Lust, denk' ich,und Freiheit würden mir bald wieder neues Leben verleihen.Allein so wie die Stände verfügt haben, kann nur der Todmeine Kerkcrthüren brechen."

Wäre es möglich, Madame," mahm die Burgfrau dasWort,daß Eure Freiheit vollkommen Eure Gesundheit wicdcr-herstellen könnte, dann würde ich selber mich lieber dem Un-willen des Reichsverwesers, dem meines Sohnes, HerrnWilhelm, und meiner ganzen Freundschaft aussetzen, als daßIhr in dieser Burg Euer Ende finden solltet!"

Ach! Madame," sprach Frau Fleming, welche den Augen-blick für passend hielt, um zu zeigen, daß man ihre Gewandtheitzu gering angeschlagen habe;es käme nur auf den Versuchan, um zu sehen, welche gute Wirkung die Freiheit auf unshätte. Ich meinerseits glaube, ein ungehinderter Gang aufgrünem Rasen würde mir große Erleichterung gewähren."

Frau von Lochlcven richtete sich auf und warf einen durch-dringenden Blick auf die ältere Kranke.Seid Ihr so unwohl,Frau Fleming?"

Unwohl, gewiß, Madame, besonders seit dem Frühstück,"antwortete die Hofdame.

Hülfe! Hülfe!" rief Katharine, um ein Gespräch zuunterbrechen, welches ihrem Plane nichts Gutes bedeutete;Hülse!die Königin wird ohnmächtig. Helft, Frau von Lochleven, wo-fern Ihr ein Weib seid!"

Die Burgfrau beeilte sich, der Königin den Kopf zu halten.Maria wandte ihre Augen mit dem Ausdrucke großer Mattig-keit gegen sie, und sprach:Danke, theuerste Frau von Loch-leven. Trotz einigen Streichen in der letzten Zeit Hab' ich nie

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