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5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
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Ich will in das Zimmer, der Königin," sprach die Burg-frau;mein Geschäft ist dringend."

Während sie sich der Thür näherte, hörte man von Innendie Stimme Katharinens:Niemand kann herein; die Königinschläft."

Ich lasse mich nicht aufhalten, Fräulein," versetzte Frauvon Lochleven.Ich weiß, inwendig ist kein Riegel, und ichwill Euch zum Trotz hinein."

Allerdings," antwortete Katharine,ist hier inwendigkein Riegel, aber die Haken sind da, in welche der Riegelgehört, und in diese Haken Hab' ich-meinen Arm gesteckt, wieEine Eurer Vorfahren, welche in besserem Dienst, als die Douglaseunserer Tage, auf diese Meise die Schlafkammer ihrer Kö-nigin gegen Mörder vcrtheidigtc. Versucht Eure Kraft undseht, ob nicht eine Seyton mit einer Jungfrau vom HauseDouglas in Muth wetteifern kann."

Auf diese Gefahr hin mag ich den Eingang nicht versu-chen," sprach die Burgfrau.Sonderbar, baß diese Für-stin bei allem Tadel, der ihr anhängt, eine solche Gewalt überdie Herzen ihrer Diener übt! Fräulein, ich gebe dir meinEhrenwort, daß ich zum Besten und zur Rettung der Königinkomme. Wecke sie auf, wenn du sie liebst, und bitte sie umErlaubniß, daß ich eintreten darfich will einstweilen zurück-treten."

Du wirst doch die Königin nicht wecken?" sagte FrauFleming.

Welche andere Wahl haben wir?" entgegnete das klugeMädchen.Oder haltet Ihr es vielleicht für besser, daß dieFrau von Lochlcvcn selber die Kammerfrau spielt? Der Anflugvon Geduld wird nicht lange bei ihr dauern, und die Königinmuß zur Zusammenkunft mit ihr vorbereitet werden."