oder andere Helden der Sage," versetzte Roland. „Aber wosind solche Spielereien zu sehen?"
„Ich gehe zu Mutter Nicneven," antwortete das Mäd-chen, „und sie ist Hexe genug dazu, den gehörnten Teufel zureiten, mit einem rothen Seidenfaden statt Zaum und einerEibischruthc statt Peitsche."
„Ich will Euch folgen," sprach der Kammerjunker.
„Aber doch in einiger Entfernung," bemerkte das Mäd-chen, schlug ihren Mantel um sich, ohne sich, wie beim Kinn-tuch, lange aufzuhalten, mischte sich in das Gedränge und schrittdem Dorfe zu. Roland folgte ihr in einiger Entfernung undmit der größten Behutsamkeit, um nicht bemerkt zu werden.
Achtundzwanzigstes Kapitel.
Sie, deren 2lug' bewachte Deine Kindheit,
Die hoffend Deine Jugend dämmern sah,
Sie sieht mir diesem Ang', getrübt von AtterUnd mehr durch Meinen noch, jetzt Deine Schmach.
Alteü Schauspiel.
Beim Eintritt in die Hauptgaffc, oder vielmehr in dieeinzige Gasse von Kinroß, warf die Jungfer, welcher RolandGrakme nachging, einen Blick hinter sich, als wollte sie sehen,ob er nicht ihre Spur verloren habe, und bog dann in einganz enges Gäschen ein, welches von zwei Reihen armseliger,baufälliger Hütten gebildet ward. Einen Augenblick stand siestill an der Thür einer dieser Hütten, sah nochmals nach Ro-land zurück, drückte dann auf die Klinke, öffnete die Thürund verschwand.
Der?lbt. III 2