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des Kämmerers. Wehe der Familie des reichen Bauers, wel-cher sich unterstand, aus diesem Leben zu scheiden ohne einenPaß von vr. Lundin! Denn wenn die Hinterlaffenen irgendEtwas mit dem Gutsherrn abzumachen hatten — was seltenfehlte — dann konnten sie darauf rechnen, an dem Kämmerereinen kalten Fürsprecher zu finden. Dagegen nahm er aberauch wieder die Rücksicht, den Armen unentgeldlich von ihrenSchmerzen und zuweilen auch zugleich von all' ihrer sonstigenNoth zu helfen.
Doppelt förmlich in seiner doppelten Eigenschaft als Arztund als Amtsperson und stolz auf die gelehrten Brocken, welcheseine Sprache fast allgemein unverständlich machte, näherte sichDr. Lundin dem Ufer und bewillkominnete den auf ihn zukom-menden Kammerjunker: „Die Frische des Morgens über Euch,schöner Herr. Ihr seid ohne Zweifel gesandt, auf die Ordnungzu sehen, welche die gnädige Frau vorgeschrieben hat, zur Ver-meidung aller abergläubischen Eeremonien und nichtigen Alt-weiberpossen bei diesen unseren Lustbarkeiten. Ich weiß, daßdie gnädige Frau sic gern ganz und gar abgeschafft und ab-gethan hätte. Allein da ich die Ehre hatte, ihr aus dem ge-lehrten Hercules von Sachse» zu citiren: Omni» curatio estve! eunonioa, vsl ooncta — das heißt, schöner Herr, — dennSammt und Seide haben selten ihr Latein ncl unznem*) —:Jede Kur muß entweder durch Kunst und Anwendung derRegel oder mit Gewaltmitteln bewerkstelligt werden, — undder weise Arzt wählt Ersteres — so ließ die gnädige Frau sichdiesen Grund gefallen. Und so Hab' ich mir denn angelegensein lassen, Belehrung und Vorsichtsmaßregeln mit der Lustzu vermischen — Lat mixtio, wie wir sagen — daß ich dafür
*1 An den Fingern.