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5 (1851) Der Abt
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Mitleid mit Rücksicht auf ihr Unglück, einer Frau, geschmücktmit nur zu vielen jener äußeren Eigenschaften, welche die Auf-merksamkeit und Zuneigung der Menschen fesseln. Habt Ihrje Euer Berhältniß zu dieser Frau, Marien von Schottland, inseinem wahren Licht und seiner wahren Bedeutung betrachtet?"

Ich denke, ehrwürdiger Herr," antwortete Roland, ,/ichkenne recht wohl die Pflichten eines Dieners, wie ich, gegenseine königliche Gebieterin, zumal in ihrer üblen und traurigenLage."

Gut," versetzte der Prediger.Aber gerade das ehrcn-wcrthe, mit diesem Bewußtsein verknüpfte Gefühl könnte Euchzu großen Verbrechen und zum Berrath führen."

Wie, ehrwürdiger Herr?" entgcgnete Roland.Ich ver-sichere Euch, ich versteh' Euch nicht."

Ich rede Euch nicht von den Verbrechen dieser übelbera-thenen Frau," fuhr der Prediger fort.Sie passen nicht fürdas Ohr ihres geschwornen Dieners. Aber es genügt, zu sagen,daß diese Unglückliche mehr Darbietungen von Gnade, mehrHoffnungen der Herrlichkeit zurückgewiese» hat, als je irdischenHerrschern gewährt worden sind. Und jetzt, wo ihre guten Tagevorüber sind, ist sie auf dies einsame Schloß verwiesen zumallgemeinen Besten des- Volkes von Schottland und vielleichtzum Heile ihrer eignen Seele."

Ehrwürdiger Herr," sprach Roland etwas ungeduldig,ich sehe nur zu gut, daß meine unglückliche Gebieterin Gefangeneist, da ich das Mißgeschick habe, ähnlicher Beschränkung, wiesie, unterworfen zu sein, einer Beschränkung, deren ich, offengesprochen, herzlich müde bin."

Gerade das ist es, wovon ich reden wollte," versetzte derKaplan mit Sanftmut!).Aber erst, guter Roland, betrachtetEuch die liebliche Aussicht auf jene wohlangcbaute Ebene. Ihr