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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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nicht grimmer und unzugänglicher aus, als sein Knecht, dessengrauer Bart über seinen Mund herabhing, wie das Fallgatterüber den Thorweg einer Burg, als sollte er das Entschlüpfenjedes Wortes verhindern, das nicht schlechterdings nothwcndigwäre. Die übrigen Reiter schienen unter demselben Bann derSchweigsamkeit zu liegen und ritten dahin, ohne ein Wort zuwechseln, mehr gleich einem Truppe Karthäuscr als einem Zugereisiger Knechte von Kriegern. Roland Gracme war erstauntüber diese außerordentlich strenge Zucht. Denn selbst in demHaushalte des Ritters von Avenel, der doch so ausgezeichnetwar durch die Genauigkeit, mit welcher auf Anstand gehaltenwurde, selbst dort war eine Reise die Zeit der Freiheit, wo Sangund Scherz und jede nicht gerade unschickliche Lust und Kurzweil»erstattet war. Diese ungewohnte Stille war ihm indeß insofernangenehm, als sie ihm »erstattete, seine geringe Uebcrlegung zuRathe zu ziehen über seine Lage und seine Aussichten, welchejedem vernünftigen Menschen höchst gefährlich und bedenklichhätttn Vorkommen müssen.

Es war augenscheinlich, daß er unter dem Einfluß von Um-ständen, die er nicht beherrschen konnte, widersprechende Ver-bindungen mit den beiden Parteien, welche das Land zerrissen,angeknüpft hatte, ohne eigentlich der einen oder der andern an-zuhängen. Eben so schien cs unzweifelhaft, daß die Stelle indem Haushalte der abgcsctzten Königin, zu welcher ihn derRegent befördert hatte, ihm auch von seiner schwärmerischenGroßmutter zugedacht war. Dies bewiesen die Worte, welcheMurray bei der ersten Zusammenkunft gegen Morton hattefallen lassen. Eben so unzweifelhaft war es aber auch, daß jenebeiden Personen er, der erklärte Feind, sie, die begeisterteAnhängerin des katholischen Glaubens, er, das Haupt der neuenRegierung des Königs, sie, welche diese Regierung als eine ver-