tägliches Gebet ist, daß sic entrückt werden mögen, bevor dieStunde kommt, wo der letzte Funke erloschen, und das Landin der äußersten Finsterniß gelassen werden wird, die cs demLichte vorgczogen hat? Wir haben nicht die Schärfe des geist-lichen Schwertes wider euch gekehrt, um Rache zu nehmen fürunsere zeitliche Verfolgung. Der Sturm eures Zornes hatuns unserer Besitzungen beraubt und uns fast das tägliche Brodentzogen. Aber wir haben dies nicht mit dem Bannstrahl ver-golten. Wir bitten euch nur, uns in unserer Kirche leben undsterben zu lassen unter Anrufung Gottes, Unserer lieben Frauenund der Heiligen um Vergebung eurer und unserer Sünden,ungestört durch Schalksnarrhcit und Lästerung."
Diese Rede, so verschieden in Ton und Schluß von dem,was die Menge erwartet hatte, brachte eine, der Fortsetzungdes Spaßes ungünstige, Wirkung hervor. Die Mohrentänzcrstanden still, das Pferdchen hörte auf zu springen, Pfeife undTrommel verstummten, und „Stille gleich der Wetterwolk'"schien sich über den lärmenden Haufen zu lagern. MehreThicre waren augenscheinlich gerührt. Der Bär konnte seinSchluchzen nicht unterdrücken, und einen großen Fuchs sahman sich die Augen mit seinem Schwanz abwischcn. Beson-ders aber ließ der Drache von seinen schrecklichen Bewegungenmit den Krallen ab, entrollte seine gräßlichen Ringel und knurrtein reuigem Tone aus seinem feurigen Rachen: „Bei der heil'-gen Meß, ich habe nichts Arges bei Uebung unserer alten Kurz-weil gedacht. Hätte ich glauben können, daß der gute Patercs sich so zu Herzen mehmen würde, so würde ich euch eher de»Teufel als den Drachen gespielt haben."
Während dieser augenblicklichen Stille stand der Abt unterden mancherlei wunderlichen Gestalten triumphircnd wie SanctDer Abt. 7. iz