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Ihr habt das Brod meiner gnädigen Frau so lange Jahre ge-gessen — von meinem gnädigen Herrn gar nicht zu reden — undkönnt daran denken, daß sic aus ihrem Schloß Avcnel vertriebenwerden dürste durch einen elenden Mönch, welcher nicht miteinem Tropfen Blut mit ihr verwandt ist? Ich bin nur einWeib; aber ich wollte doch erst versuchen, ob mein Rocken stär-ker ist, oder seine Kapuze. Schämt Euch, Meister Wingate!Wenn Ihr nicht ein so alter Bekannter wäret, dann solltemeine gnädige Frau dies erfahren, und es sollte mir Nichtsdaran liegen, Dankvcrdicnerin und Plaudermaul gescholten zu.werden, wie damals, wo ich von Roland erzählte, daß er denwilden Schwan geschossen."
Dem Meister Wingatc war übel zu Muth, als er fand,daß das Auskramen seiner wcitaussehcnden politischen Gedankenbei seiner Zuhörcrin vielmehr Argwohn in Betreff seiner Treue,als Bewunderung seiner Weisheit veranlaßt hatte, und bemühtesich, so schnell wie möglich Entschuldigungen und Erklärungenvorzubringen. Innerlich fühlte er sich verletzt durch den Unver-stand, mit welchem seines Erachtens Jungfer Was Bradbournebeliebt hatte, seine Ausdrücke zu deuten, und im Herzen warer überzeugt, ihre Mißbilligung seiner Ansichten habe lediglichin der Rücksicht ihren Grund, daß Pater Ambrosius, falls erBurgherr würde, ohne Zweifel der Dienste eines Hofmeistersbedürfen würde, während die einer Kammerjungfer vermutlichüberflüssig sein würden.
Nachdem seine Erläuterung ausgenommen war, wie Er-läuterungen gewöhnlich ausgenommen werden, trennten sichBeide: Was der silbernen Pfeife folgend, welche sic in dasZimmer ihrer Gebieterin rief, und der weise Majordomus, umden Geschäften seines Dienstes nachzugchen. Sie schieden mitweniger Ehrerbietung und Rücksicht, als gewöhnlich, denn der