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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
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stens Anfangs den König Ludwig mit den seiner hohen Stel-lung gebührenden Förmlichkeiten zn begrüßen; aber zu glei-cher Zeit war es offenbar, daß er dabei der hitzigen Ungeduldseines Charakters keinen geringen Zwang anthat, und kaumfähig war, die Gefühle des Unwillens und den Rachedurst zuverbergen, der in seinem Innern kochte. Wiewohl er sichnun zwang, seinen äußern Bewegungen und in gewissemGrade auch seiner Sprache den Anschein von Höflichkeit undEhrerbietung zu geben, so wechselte er doch fortwährend dieFarbe seine Stimme war kurz, rauh und gebrochenseine Glieder zitterten, als wären sie des Zwanges müde, derihren Bewegungen aufgelegt ward er runzelte die Stirnund biß sich auf die Lippen, bis sie bluteten und jeder Blickund jede Bewegung zeigte, daß der leidenschaftlichste Fürst, derjemals lebte, einem seiner heftigsten Wuthanfälle zum Raube war.

Der König bemerkte diesen Kampf der Leidenschaft mitruhigem und festem Blicke; denn obwohl ihm des Herzogs Blickeeineil Vorschmack der Bitterkeit des Todes gaben, den er alssterblicher und sündiger Mensch fühlte, so war er doch, gleicheinem geschickten Steuermann, entschlossen, sich weder durchseine eigne Furcht aus der Fassung bringen zu lassen, nochvom Steuerruder zu weichen, so lange noch Hoffnung blieb,das Fahrzeug durch gewandte Leitung zu retten. Als daherder Herzog in einem rauhen und gebrochenen Tone etwasüber seinen Mangel an Bequemlichkeiten äußerte, so antworteteer mit einem Lächeln,daß er sich nicht beklagen könne, da ergefunden habe, daß Herberts Thurm schon ein weit bessererAufenthalt für ihn geworden sei, als für einen seiner Vorgänger."

Man erzählte Euch die Sage also?" sagte KarlZa-hler ward er getödtet aber es geschah, weil er sich weigene, dieKutte zu nehmen und seine Tage in einem Kloster zu beschließen."