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6 (1851) Quentin Durward
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Königs Eifersucht mochte selbst die Miene gewöhnlicher Höflichkeitso deuten, als entspringe sie aus der Absicht, irgend eine besondereund persönliche Theilnahme für sich unter ihnen zu erregen.

Sehr anders war das Benehmen des stolzen Cardinals undPrälaten, Johann von Balue, zur Zeit Lieblingsminister Lud-wig's, dessen Erhebung und Charakter so große Aehnlichkeit mitdenen Wolscy's hatte, als die Verschiedenheit zwischen dem listigenpolitischen Ludwig und dem hitzigen und vorschnellen Heinrich VIII.von England überhaupt erlaubte. Der crstere hatte seinen Mini-ster aus dem niedrigsten Stande zu der Würde, oder wenigstenszu den Emolumenten eines Groß-Almoscniers von Frankreich er-hoben, überhäufte ihn mit Würden und hatte ihm sogar den Kar-dinalshut verschafft, und war er auch zu vorsichtig, um dem ehr-geizigen Balue die unbeschränkte Macht und das Zutrauen zuschenken, welches Heinrich VIII. dem Wolscp lieh, so hatte dieserMann doch mehr Einfluß aufihn, als irgend einer seiner anerkann-ten Räthc. Der Kardinal war daher auch in den Jrrthum verfal-len, der denjenigen eigen ist, die plötzlich aus einer nieder« Sphärezu Macht und Ansehen gelangen; er nährte nämlich, jedenfallsdurch seine schnelle Erhebung verblendet, die feste Ucberzeugung,daß ihn seine Fähigkeiten in den Stand setzten, sich in Geschäfte je-der Art zu mengen, selbst in solche, die seinem Beruf und seinenStudien völlig fremd waren. Groß und nicht einnehmend vonPerson, strebte er nach einer gewissen Galanterie und Bewunde-rung des schönen Geschlechtes, obwohlseine Sitten dieseAnsprüchealbern machten, die sein Stand überhaupt als unziemlich für ihndarstellte. Einige männliche und weibliche Schmeichler hattenihmin bösen Stunden die Einbildung beigebracht, daß ein Paar großestarke Beine, die er von seinem Vater, einem Fuhrmann zu Li-moges, oder nach andern Nachrichten, einem Müller zu Verdun,ererbt hatte, vorzüglich schön in ihren Umrissen wären. Diese Idee