Druckschrift 
4 (1851) Das Kloster
Entstehung
Seite
144
Einzelbild herunterladen
 

144

Halbert berichtete wahrheitgetreu seinen Zweikampf mitHerrn Piercie Shafton und schloß damit, daß er ihn begrabengefunden.

Bei meiner Hand," sprach Murray,Du bist mir ein keckerSperber, daß Du Dich so früh schon an ein Geier wie PiercieShafton wagst. Königin Elisabeth würde ihren Handschuh ge-füllt mit Goldkronen darum geben, wenn sie wüßte, daß dieserverwegene Zieraffe unter dem Rasen liegt. Würde sie das nicht,Morton?"

Ja wohl," erwiderte Morton,und sie würde ihren Hand-schuh als ein werthvolleres Geschenk betrachten, denn die Gold-kronen, ein Geschenk, welches wenige Gränzerjungen, wiedieser ist, gebührend zu schätzen wissen würden."

Aber was sollen wir mit diesem jungen Todtschläger ma-chen?" fragte Murray leise.Was werden unsere Prediger da-zu sagen?"

Erzählt ihnen von Moses und Bcnajah," antwortete Mor-ton in demselben Tone.Beim Lichte betrachtet ist es ja dochweiter Nichts, als die Tödtung eines Aegypters."

Nicht so," sprach Murray lachend.Aber wir wollen dieGeschichte begraben, gleichwie der Prophet den Leichnam im Sandverscharrte. Ich will mich des Bürschieins annehmen. Kommher, Glendinning, denn so heißt Du ja. Wir nehmen Dich anals Edelknecht in Unserem Haushalt. Unser Stallmeister wird dafürsorgen, daß Du mit allem Röthigen versehen und gewappnet wirst."

Während der Heerfahrt, auf welcher er jetzt begriffen war,fand Murray verschiedentlich Gelegenheit, Halbert's Herzhaftig-keit und Geistesgegenwart auf die Probe zu stellen. Der neueEdelknecht stieg so schnell in seiner Gunst, daß alle Die, welcheden Grafen kannten, sein Glück für gemacht hielten. Nur einSchritt fehlte noch, um ihn in den vollen Besitz seiner Gunst