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4 (1851) Das Kloster
Entstehung
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Anblick mehr wild als lieblich und erhaben genannt werden konnte,die jedoch nicht aller Reize entbehrte. Unter der brennendenSommersonne erquickte das reine Blau des tiefen stillen Seesdas Auge, und erweckte ein angenehmes Gefühl tiefer Einsamkeit.Zm Winter, wenn der Schnee ringsum auf den Bergen lag, schienendiese blendenden Massen weit höher in die Luft hineinzuragen,als wirklich der Fall war, rväyrend unten der See mit seinengefrorncn Gewässern, wie ein trüber zerbrochener Spiegel, um dasschwarze Felseneiland mit seinen graue» Burgmauern herumlag.

Daß Schloß, mit seinen Hauptgebäuden und mit seinen Außen-werken alle vorspringcndcn Punkte des Felsens einnehmend, schieneben so dicht vom Wasser umgeben wie das Nest eines wildenSchwanes, ausgenommen an der Stelle, wo ein schmaler Damm-weg die Insel mit dem Ufer verband. Die Burg sah sich größeran, als sie wirklich war; ein Theii ihrer Gebäude war verfallenund unbewohnbar. In den Zeiten der Größe des Hauses Avenelhatte in diesen Gebäuden eine starke Besatzung von Dienstmanncnund Knechten gelegen; jetzt standen sic leer da. Julian Avenelwürde wahrscheinlich seinen Wohnsitz an einem, seinen schwachenBermögensverhältniffen angemesseneren, Orte ausgeschlagen haben,wenn nicht die große Sicherheit, welche die Lage der Burg einemMann von seiner mißlichen und gefahrvollen Lebensweise darbot,ihn an dieselbe gefesselt hätte. In dieser Beziehung konnte derOrt kaum besser gewählt werden, denn die Feste konnte, wennes dem Besitzer gefiel, fast völlig unzugänglich gemacht werden.Der Raum zwischen dem Eiland und dem nächsten Ufer-betrugzwar höchstens nur hundert und fünfzig Schritt; dafür war aberdir Damm, welcher lnnüberführte, äußerst schmal und hatte zweiEinschnitte, einen in der Mitte zwischen der Insel und dem See-ufcr, den anderen dicht unter dem äußeren Burgthor. DieseEinschnitte bildeten für einen herannahenden Feind ein fast un-