Schweigend setzten sie ihren Weg fort. Halbert verfolgtemit der größten Genauigkeit die Schlangenwindungen des Pfadesin den gefährlichsten Morästen und Bergen, welche das Stiftvon der Freiherrschaft Avenel trennten. Bon Zeit zu Zeit mußteer Halt machen, um seinem Gefährten über die schwarzen Klüfteschlammigen Sumpfes zu helfen welche die festeren Stellen desMoores durchschnitten, und welche in Schottland I>a§s (Grubenoder Löcher) genannt werden.
„Muth gefaßt, Alter!" sprach Halbert, als er seinen Ge-fährten vor Ermattung fast umsinkrn sah; „bald werden wir auffestem Grund stehen. So weich dieß Moos ist, habe ich doch dielustigen Falkner wie die Rehe darüber hin rennen sehen, wenndas Wildpret aufgeflogen war."
„Ganz recht, mein Sohn," entgegnete Warden — „dennso will ich Euch auch ferner nennen, obwohl Ihr mir nicht mehrden Namen Vater gebt. Gerade io verfolgt die tolle Jugend ihreLüste ohne Rücksicht auf den Schlamm und auf die Gefährlichkeitder Pfade, auf welchen sie einherrennt."
„Ich habe Dir schon einmal gesagt," fuhr Halbert.ihn an,„daß ich Nichts von Dir hören will, was nach Lehre schmeckt."
„Aber mein Sohn," erwiderte Warden, „Dein Beichtvaterselber würde gewiß nicht die Wahrheit dessen in Abrede stellen,was ich so eben zu Deiner Erbauung gesprochen habe."
Glendinning erwiderte mit Festigkeit: „Das weiß ich nicht.Wohl aber weiß ich, daß es die Art Eurer Brüderschaft ist, anEuren Hamen den Köder schöner Rede zu stecken, und Euch fürEngel des Lichtes auszugeben, um desto besser das Reich derFinsterniß zu verbreiten."
„Gott verzeihe denen, welche seine Diener in einen solchenRuf bringen!" versetzte der Prediger. „Ich will Dich nicht reizen,mein Sohn, dadurch daß ich zur Unzeit in Dich dringe — Du