Bruder Hilarius eilte geschäftig fort, den Willen seinesDberen zu vollstrccken, und brachte die Zusicherung zurück, daßSchlag ein Uhr nach Mittag der Imbiß bereit sein würde.„Früher," fügte der pünktliche Lafeldecker hinzu, „würden dieWaffeln, Windbeutel und Pasteten kaum den gehörigen Grad vonHitze gehabt haben, welchen gelernte Köche als den dem Magenzuträglichsten vorschreiben; über ein Uhr hinaus, wär' es auchnur zehn Minuten, meint der Bruder Küchenmeister, würde derZiemer leiden, trotz der Geschicklichkeit des kleinen Bratenwenders,welchen er Ew. Hochwürden so sehr gerühmt hat."
„Wie? ein Ziemer?" fragte der Abt. „Woher dieser Lecker-bissen?"
„Beliebe Ew. Hochwürdcn Gnaden zu bemerken," antworteteder Küchenmeister, daß ein Sohn der Hauswirthin das Wilderlegt und hergeschickt hat; es ist frisch geschossen. Da diethierische Wärme aus dem Körper noch nicht heraus ist, so willder Küchenmeister gut dafür stehen, daß es so zart sein soll, wieein junges Huhn. Dieser Junge hat eine besondere Geschicklichkeitin Erlegung von Rotywild; nie fehlt er das Hirn oder das Herz,so daß das Blut nicht durch das Fleisch getrieben wird, wie esso oft bei uns geschieht. Es ist ein fetter Hirsch; Ew. Hochwürdcnhat selten noch einen solchen Ziemer gesehen."
„Still, Bruder Hilarius," sprach der Abt, den Mundwischend; „es ziemt unserem Orden nicht, mit solchem Eifervon Speisen zu reden, absonderlich da unsere leiblichen Kräfteoft durch Fasten erschöpft werden und da wir (doch immer nurSterbliche) leicht dazu kommen, Zeichen der Begehrlichkeit vonuns zu geben," — hier wischte er abermals den Mund — „wiesie unwillkührlich zum Borschein kommen, wenn einem hungrigenMenschen von Speise gesprochen wird. Merke indessen den Namendieses Jünglings aus — Verdienst muß belohnt werden und er