37
deutlicher zu erkennen zu geben, kleidete er denselben in Worteein und sagte: „Sprich! wir hören."
„Herr Ritter," fuhr der Jüngling fort, „in unserm Stiftzu S. Marien ist es nicht Gebrauch, Gäste, die bei uns ausge-nommen sind, mit Fragen zu belästigen, vorausgesetzt, daß sienicht länger, als einen Tag bei uns bleiben. Wir wissen, daßVerbrecher und Schuldner hieher kommen, eine Freistätte zu suchen,und wir verschmähen es, von dem Pilger, der zufällig unser Gastwird, ein Geständniß der Ursache seiner Pilgerschaft oder Bußezu erpressen. Allein wenn Jemand, der so hoch über uns steht,wie Ihr, Herr Ritter, und besonders Jemand, der so viel aufseinen Rang hält, seinen Entschluß zu erkennen gibt, längereZeit unser Gast zu sein, dann pflegen wir ihn zu fragen, woherer kömmt, und was die Veranlassung seiner Reise ist."
Der englische Ritter öffnete zwei oder drei Mal den Mund,bevor er antwortete, und versetzte dann in spöttischem Ton:„Wahrlich, guter VilliiMo, Deine Frage hat etwas an sich, daseinen in Verlegenheit bringen kann, denn sie betrifft Dinge, inAnsehung deren ich noch keineswegs entschieden bin, welche Antwortzu geben ich für passend finden möchte. Laß Dir genügen, lieberJüngling, daß Du des Gnädigen Herrn Abls Willen weißt, michso gut zu bcwirthen, als in Deinen Kräften steht, welche freilichnicht immer so weit ausreichen mögen, als ich und Du wünschendürften."
„Ich muß eine bestimmtere Antwort haben, Herr Ritter,"sprach der Jüngling.
„Freund," versetzte der Ritter, „werde nicht beleidigend.Es mag sich mit Euren nordischen Manieren vertragen, Dich soplump in die Geheimnisse von Leuten, die über Dir stehen, ein-zudrängcn; allein glaube mir, gleichwie die Laute, von unge-schickter Hand gerührt, Mißtöne hervorbringt,"-In diesem