»6
auf einer Kanone saß. Es war ein Mann von vierzig bis fünf-zig Jahre», unter mittlerer Statur, aber von so starkem Kör-perbaue, daß das Schiffsvolk ihn gewöhnlich mit einem abge-takelten vierundsechzig Kanoncnschiffe zn vergleichen pflegte.Mit schwarzem Haar, einem Stierhalse, buschigen Augenbrauen,bildeten seine plumpe Starke und seine finstern Züge einen auf-fallenden Gegensatz gegen die männliche Gestalt und das offeneGesicht Clevclauds, in welchem selbst die Ausübung seinesschrecklichen Gewerbes die natürliche Anmnth der Bewegungund die Großartigkeit des Ausdrucks nicht ganz hatte vertilgenkönnen. Die beiden Seeräuber-Capitaine blickte» einandereine Zeitlang schweigend an, während ihre Anhänger sich umsie herstellten. Der ältere Theil des Schiffsvolkes bildete vor-züglich den Anhang Goffe's, während die jungen Leute, unterdenen Jack Bunce als Führer und Haupttriebfcder oben an-stand, Cleveland mehr zugetha» waren-
Endlich brach Gosse das Stillschweigen: „Ihr seid willkom-men an Bord, Capitain Clcveland. — Aber, hol' der Teufelmeinen Hackebord, ich glaube gar, Ihr haltet Euch noch füreuicn Commodore! Aber das war aus, bei Gott, als IhrEuer Schiff verlöret, und seid verdamme!"
Wir müssen hier ein- für allemal bemerken, daß cs die ange-nehme Sitte des Befehlshabers war, seine Worte in gleichem Ver-hältniß mit Flüchen zu mischen, was er das Geschoß seines Ge-spräches nannte. Da wir indeß dergleichen Artillericsalven nichtbesonders lieben, so wollen wir cs immer durch einen Strich —an-dcuten, wo dergleichen Aussüllungsworte Vorkommen, und so,wenn uns der Leser einen sehr armseligen Witz erlauben will, Cavi-tain Goffe's scharfe Patronen i» blinde Schüsse verwandeln. Aufseine Andeutung, daß Clcveland an Bord gekommen sei, den Obcr-efehl zu übernehmen, antwortete dieser, daß er eine solche Beför-