26
Tbeil genommen hätte, daß diese Theiluahme jetzt aufgehört,daß er aber in Rücksicht ans ihre frühere Vertraulichkeit dochnoch immer ein Recht hätte, verdrießlich und böse über sie zusein, wenn sie ihre Neigung an Jemand verschwende, den erihrer unwürdig hielt." Bei dieser Betrachtung nahm wahrschein-lich gekränkte Eitelkeit, oder ein unmerklicher Funke selbstsüchti-gen Bedauerns, die Maske uneigennütziger Großmuth an; allenunfern besten Gedanken ist so viel Böses beigemischt, daß cswirklich ein trauriges Geschäft ist, die Beweggründe, selbst dieunserer ausgezeichnetste» Handlungen genauer zu untersuchen;wenigstens würden wir cs Jedem empfehlen, die seiner Näch-sten ungehindert vorübergchen zu lassen, so genau er auch dieReinheit seiner eigenen prüfen mag.
Dem Schwertertänze folgten mehrere ähnliche Hebungen,auch Gesänge, in denen die Sänger ihre ganze Seele ausspra-chen, während die Zuhörer dann und wann eine Lieblingsstropheim Chor wiederholten. Bei solchen Gelegenheiten übt die Musik,wenn sie auch nur einfach oder selbst roh ist, ihre natürlicheHerrschaft über das Gcmüth dennoch aus, und bringt jene ge-waltige Aufregung hervor, welche die gelehrtesten Cvmpositioiiender ersten Meister nicht zu bewirken vermögen, die für das ge-wöhnliche Ohr Caviar sind, wenn sie auch denen, deren natür-liche Fassungskraft, oder deren Erziehung sie in den Standgesetzt hat, diese schweren Verbindungen der Harmonie zu be-greifen und zu genießen, unendliches Vergnügen gewähren.
Es war bereits gegen Mitternacht, als ein Pochen an derHausthüre, von dem Klimpern des Gue- und des Langspielsbegleitet, die Ankunft neuer fröhlicher Gäste verkündigte,denen nach der gastfreien Sitte des Landes die Zimmer so-gleich gewährt wurden.