Druckschrift 
3 (1851) Der Pirat
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

16

sein, denn mehrere derselben waren Ucbersetznngcn oder Nach-ahmungen der skaldischen Sagen, welche von den Fischern dieserEilande noch vor kurzer Zeit gcsnngen wurden, so daß diealte» Leute, als Gray's Gedichte zuerst auf die Orkney-Inselngelangten, sogleich in der Odedie Schicksalsschwcstern" diernnischcn Reime erkannten, welche sie in ihrer Kindheit unterdem Namen derZauberinnen" erschreckt hatten, und welchedie Fischer von Nord-Ronaldscha und andern entfernte» Inselnnoch immer zu slngen pflegten, wenn man sie »m ein nor-wegisches Lied bat.

Halb zuhörend, halb in seine eigenen Betrachtungen ver-sunken, stand Mordannt Mertonn nahe an der Thiire desZimmers und in der äußersten Reihe des kleinen Kreises,welcher sich um den alten Halcro gebildet hatte, während derBarde nach einer dumpfen, wilden, einförmigen Weise,welche nur zuweilen durch die Bemühung des Sängers, ge-wissen Stellen eine größere Anziehungskraft oder Nachdruckzu geben, Veränderung erlitt die folgende Nachahmungeines nordischen Kciegsgesanges vortrug.

Blntroth geht man die Sonn' anfgeb'n,

Ba»a, drückend ist des Windes Weh'»;

Von Klippen steigt der Aar empor.

Der Wolf kömmt aus der Kluft hervor;

Es späht der Hund aus dem Versteck,

Der Nabe lauscht auf seinen Fleck;

Man hört nur Kreischen, Krächzen, Stöhnen,

Und Jedes sagt in wilden Tönen:

,,Ei, bald zum Todtcnmahl es geht!

DeS blonden Harold Flagge weht!"

Die Mähne fliegt im Winde wild,

Es glänzt der Helm, es blitzt der Schild,

Und mancher Arm die Streitaxt schwingt,

Die durch den Wald von Lanzen dringt.