„Schwelgt!" rief ich, „Ihr Tropf! Ihr müßt betrunkenoder toll sein. Und wenn an Eurer Nachricht etwas Wahres ist,paßt es sich, darüber zu singen?"
„Betrunken oder toll?" erwiderte Andrew gelassen. „Mansoll gleich betrunken oder toll sein, wenn man etwas sagt, was dievornehmen Leute nicht hören mögen.— Singen? Die Clans wer-den uns auf der verkehrten Seite des Mundes singen lassen, wennwir so betrunken oder toll sind, ihre Ankunft zu erwarten."
Ich stand schnell auf, und fand meinen Vater und Owen gleich-falls auf den Füßen und in großer Unruhe.
Andrew's Nachricht war im Ganzen nur zu gegründet. Dergroße Aufstand, welcher Großbritannien im Jahre 1715 erschüt-terte, war ausgebrochcn, indem der unglückliche Graf von Mar,in einer Stunde böser Vorbedeutung und zum Verderben vieler an-gesehenen Familien in Schottland und England, die Fahne derStuarte erhob. Die Verrätherei einiger Jacobitischen Agenten, zudenen auch Nashleigh gehörte, und die Verhaftung einiger Andern,hatte Georg's I. Räthe mit den ausgcbreiteten Verzweigungen einerlange vorbereiteten Verschwörung bekannt gemacht, welche endlich,vor der Zeit und in einem zu entlegenen Königreiche, ausbrach, alsdaß sie auf den Staat, der jedoch in großer Verwirrung war, einenwesentlichen Einfluß hätte üben können.
Dieses große öffentliche Ereigniß bestätigte und erläuterte dieWinke, welche ich von Mac-Gregor erhalten hatte, und ich sahleicht, daß die westlichen Clans, die man gegen ihn aufbrachte,ihren besonder« Zwist verglichen hatten, weil sie bald in der gemein-samen Sache vereinigt sein sollten. Schmerzlicher ergriff michder Gedanke, daß Diana Bernon die Gattin eines Mannes war, dermit am thäkigsten zur allgemeinen Umwälzung bcizutragen suchte,und daß sie sich allen Entbehrungen und Gefahren ausgesetzt sah, diemit ihres Mannes gewagtem Spiele verbunden sein mußten,