Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
120
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aufzustecken, und bildete eine Vor-und Nachhut, jede aus einemUnterofficicr und zwei Mann bestehend, die strengen Befehl er-hielten, gut aufzupassen. Dougal wurde abermals und sehr ge-nau ausgesragt, aber er behauptete die Wahrheit seiner früherenAussagen standhaft, und als man ihm über das verdächtige undgefährliche Ansehen des Weges, den er führte, einen Verweis gab,antworte er mit sehr natürlicher mürrischer Laune, er hätte denWeg nicht selbst gemacht, und wenn die Herren große Landstraßenliebten, so hätten sie lieber in Glasgow bleiben sollen.

Rach diesen Anordnungen setzten wir uns von Neuem in Be-wegung. Unser Weg senkte sich zwar gegen den See, war aberbisher so dicht von Wald beschattet, daß wir nur von Zeit zu Zeiteinen Blick auf diese schöne Wasserfläche hatten. Allein jetzt verließder Weg plötzlich den Waldgrund, und indem er sich dicht am Uferdes Sees hinschlängclte, gewährte er uns die volle Aussicht aufdenausgebreitetcn Spiegel, der nun, da sich der Wind ganz gelegt, instiller Pracht die hohen dunkeln Haideberge, die grauen gewaltigenFelsen und rauhen Ufer, die ihn umringten, zurückwarf. Die Hü-gel senkten sich jetzt so nahe an seine Ufer hinab, und waren so zerris-sen und steil, daß kein Weg übrig blieb, als der schmale Pfad, ausdem wir uns befanden, und der von Felsen Überhängen war, sodaß wir nur durch hcrabgerollte Steine beinahe ohne alle Möglich-keit, Widerstand zu leisten, hätten vernichtet werden können.Ucbcrdies konnten wir auf einem Pfade, der sich um jedes Vorge-birge und jede Bucht wand, die in das Ufer einschnitten, selten wei-ter als hundert Schritte sehen. Unser Anführer schien über die Artdes Weges, aufden er gcrathen war, unruhig zu werden, und ver-rieth dies durch die wiederholten Befehle an seine Soldaten, wach-sam zu sein, so wie durch manche Drohung eines augenblicklichenTodes gegen Dougal, wenn er ihn in einen Hinterhalt gelockt habensollte. Dougal nahm diese Drohungen mit einem Ausdrucke fühl-