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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
62
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„Nicht ganz so schlimm," erwiderte Jarvie — „nicht ganz soschlimm; aber er erhob Schlitzgeld, weiter und in größerem Um-fange, als in unfern Lagen je geschehen ist, bis an die Lhore desSchlosses von Stirling."

„Schutzgcld? — was soll ich darunter verstehen?" fragte ich.

„Seht, Robin versammelte einen Hausen Blaumühen umsich — denn er führt einen alten ehrenvollen Namen, so sehr manihn auch heruntergebracht und gedrückt hat. Meine Mutter warauch eine Mac-Gregor, das mag Jedermann wissen. — Auf dieseArt hatte er bald eine tapfere Schaar, und da es ihm Leid that,wie erjagte, solche Verheerungen und Räubereien an der südlichenGränze des Hochlandes verüben zu sehen, so scblug er vor, wennein Erbherr oder Pachter ihm vier Pfund Schottisch für jedes Hun-dert Pfund Einkünfte bezahlte, was gewiß ein mäßiger Anschlagwar, so wollte er sie schadlos halten. Da mochten sie zu ihm schik-ken, wenn sie auch nur eine Klaue durch Diebstahl verloren hatten,und Robin verpflichtete sich, sie wieder zu verschaffen, oder denWerth zu bezahlen — und er hielt immer Wort — ich muß bekennen,er hält sein Wort."

„Das ist ein sehr sonderbarer Versicherungsvertrag," bemerkteOwen.

„Es ist ganz gegen unsere Gesetze, das muß man zugeben,"sagte der Stadtvoigt, „Schutzgeld erheben und bezahlen ist straf-bar, wenn ober das Gesetz meine Scheune und meinen Stall nichtbeschützen kann, warum sollt'ich mich nicht mit einem Hochländercinlasscn, der's kann?— Antwortet darauf."

„Aber, sagte ich, „ist denn dieser Schutzgeld-Vertrag, wieJhr's nennt, von Seiten der Landbesitzer oder Pachter ganz freiwil-lig? Oder was geschieht, wenn Jemand sich weigert, diesen Tributzu bezahlen?"