Neuntes Kapitel.
Eines braven Mannes Kummer.
Wenn meine schönen Leserinnen der Meinung sein sollten, daßmeines Helden Leichtfertigkeit in der Liebe fast unverzeihlich sei, somuß ich sie daran erinnern, daß nicht all sein Kummer, alle seineSchwierigkeiten aus dieser gefühlvollen Quelle entsprangen. Selbstder lyrische Dichter, der sich so gefühlvoll über die Leiden der Liebeaussprach, konnte nicht vergessen, daß er zu gleicher Zeit auchSchulden und Durst hatte, was, ohne Zweifel, große Verschlim-merungen seiner Leiden waren. Es gab in der That ganze Tage,während welcher Waverley weder an Flora noch an Rosa dachte,sondern die er unter trüben Vermuthungcn über den wahrscheinli-chen Zustand der Dinge in Waverley-House verlebte, so wie überden zweifelhaften Ausgang des Bürgerkrieges, in den ersieh einge-lassen hatte. Oberst Lalbot verwickelte ihn oft in Streitigkeitenüber die Gerechtigkeit der Sache, der er beigetretcn war. „Nicht,"sagte er, „daß es für Euch möglich wäre, sie in dem gegenwärti-gen Augenblicke zu verlassen, denn Ihr müßt, komme was da will,Eurer übereilten Verpflichtung treu bleiben. Aber ich wünschte