Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
380
Einzelbild herunterladen
 

380

daß er sie nicht auch in späterer Zeit in Kraft zn erhalten gesucht.Wir finden daher auch im löten Jahrhundert theils Erzbischöfe,wie den van Mainz, theils Bischöfe, wie den von Würzburg u. a.bald selbst als Ober-Conservatoren, bald durch untergeordnete Geist-liche als ihre bevollmächtigten Sub-Conservatoren in Angelegenheitendes Ordens fort und fort in Thätigkeit, stets bemüht, das Eigen-thum, Einkünfte und Rechte dieser oder jener Ordenshäuser gegenEingriffe zn wahren und zn sichern').

Die nächsten Nachfolger Johann XXII. beschränkten ihre Wirk-samkeit für den Orden entweder nur darauf, die bereits erworbenenRechte und Begünstigungen zu bestätigen, wie Benedict XII., derden Abt des Schotten-Klosters zu Wien beauftragte, sich des Schutzesder dortigen Ordensbrüder gegen alle Belästigungen mit Ernst undEifer anzunehmcn^), oder ihre Anordnungen und Befehle betrafenfast ausschließlich nur die Verhältnisse des Ordens in Preußen undLivland, wie zur Zeit Jnnocenz VI. und Gregorius XI. Auchvon dessen Vorgänger Urban V. hören wir nicht viel mehr, alsdaß er einmal auf Ansuchen des Landkomthurs an der Etsch seinemLegaten Hadrian befahl, den Orden im Umkreis seiner Legation mitContributionsforderungen fortan zu verschonen und einen ähnlichenBefehl an seinen Legaten, den Bischof von Sabina, erließ, weil derOrdens-Procnrator in Rom geklagt hatte, daß auch in andern Ge-genden die Güter und Häuser verschiedener Landkomthure von päpst-lichen Agenten und Collectoren aufs neue mit allerlei Anforderungen

') Ein solcher Unckex st (Konservator liliertatnin, inrinin st xrivileZiornmvsnsraliilinni et reli§iosornin virornm Llaxistri generalis st aliormn preee-ptornin, cornmsnckatornin, Iratrnin, eonvsntunm et äomornin Ii. s-I. lent. warder Abt des S. Jacobs Schotten-Klosters bei Würzburg; er war jedoch subäe-loZatns des Bischofs von Würzburg, der sich Unäex st (Konservator xrovineialis,a sscls axostolioa äeloxatns nennt. Orig.-Urk. vom I. 1412 im R.-Archivzu München. Dagegen bezeichnet sich der Erzbischof Konrad III. von Mainz1424 als (lonssrvator prineipalis und den Dechant der Bartholomäus-Kirchezu Frankfurt als seinen sudeonssrvator. Ilrk. bei Uae^sr III. 41. Ebensonoch im I. 1469, wo er sich Uuclsx et Lonssrvator sndclepntatns und den Erz-bischof von Mainz Uuäsx et Oonservator zirineipalis nennt. Urk. in EntdeckterUngrund iiro LXVII.

2) Bulle Benedict XII., dat. kernsii II. Xon. Unn. x. a. I. bei Uusi-lins ?. II. 20.

') Koch Beiträge zur Geschichte des Ordens in Tirol S. 69.