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forderungen wegen Schadloshaltung für seine Berluste im letzte»Kriege des Ordens mit Polen trat der Hochmeister die Ballei Kob-lenz an den Deutschmeister ab, in Folge dessen dieser nun den Keni-thuren und allen Beamten der Ballei bekannt machte, daß er »achLaut der ihm vom Hochmeister ausgestellten Schadlos - Briefe dieBallei einstweilen zur Schadloshaltuug für seine Verluste durch dieSöldner als Oberster in Besitz nehmen werde und von ihr als sol-cher angesehen werden müsse. Im Jahre darauf fielen durchden Abfall des Hochmeisters Albrecht von Brandenburg vom Ortenauch die drei übrigen hochmeisterlichen Kammer-Balleien dem Deutsch-meister anheim, blieben jedoch unter dem Namen der Balleien desPreußischen Gebiets immer noch in Manchen Verhältnissen für sichvon denen des Deutschen Gebiets geschieden.
Werfen wir noch einen Blick auf die innern Zustände dieserBalleien, so bietet sich zum Theil schon aus dem Gesagten im löte»Jahrhundert eben kein erfreuliches Bild dar.
Die Ballci Oesterreich war schon im Anfänge dieses Jahrhun-derts, obgleich sie damals noch der Komthur zu Wien „die würdigst!Ballei nannte, die der Meister in allen Deutschen Landen habe",so verarmt und ihre Ordenshäuser in dem Maaße mit Zinsleistuu-gen und Schulden belastet, daß es den dortigen Gebietigeru ünJahre 1411 unmöglich war, dein Hochmeister mit einer Beisteuervon 3000 Gulden, die er verlangte, zu Hülfe zu kommen. Nurdas einzige Haus zu Laibach stand noch schuldenfrei da. Durch dilKriegsstürme der Zeit, besonders durch die Einfälle der Türke»,unter denen auch die Ordensbesitzungen oft außerordentliche Verlusterlitten, durch die immer mehr verwahrloste Verwaltung, Untremund Ungehorsam der Beamten, durch Brand, Wasserüberschweuunuu-gen, Mißwachs und andere Unglücksfälle war die Armuth von Ichzu Jahr immer höher gestiegen, so daß der Landkomthur dem HchMeister einmal schrieb: Keins von den Häusern sei mehr im Staute,ihm auch nur auf vierzehn Tage Unterhalt zu gewähren. In de»zwei Häusern zu Wien und Neustadt sei nichts weiter, „als Mlder tägliche Pfennig herträgt"; davon müßten zu Wien dreizehnPersonen zum Gottesdienste und anderem unterhalten werden. DeHäuser seien alle baufällig und so verarmt, daß sie ohne Schulte»und Noth von einem Jahre zum andern nicht ausreichen könnte».Alles zusammengerechnet betrage das jährliche Einkommen des Laud-komthurs, womit er „seinen Prälatenstand" unterhalten müsse, nur